Bericht über Kyoto-Ziele: EU-15 auf dem Holzweg [DE]

Nach jüngsten Statistiken der Europäischen Umweltagentur ist der Gesamtausstoß von Treibhausgasen in der EU-15 zwischen 1990 und 2003 lediglich um 1,7 % zurückgegangen. Die Menge CO2, die im gleichen Zeitraum in die Atmosphäre gelangte, ist sogar um 3,4 % angestiegen.

Nach jüngsten Statistiken der Europäischen Umweltagentur ist der Gesamtausstoß von Treibhausgasen in der EU-15 zwischen 1990 und 2003 lediglich um 1,7 % zurückgegangen. Die Menge CO2, die im gleichen Zeitraum in die Atmosphäre gelangte, ist sogar um 3,4 % angestiegen.

Zwischen 1990 und 2003 sind die Treibhausgasemissionen der EU-15 lediglich um 1,7 % verringert worden. Im letzten Jahr sind sie laut des jüngsten Berichts der Europäischen Umweltagentur sogar um 1,3 % angestiegen.

Der am 21. Juni veröffentlichte Bericht bewertet die Fortschritte, die die EU seit 1990 – dem Bezugsjahr des Kyoto-Protokolls – hinsichtlich des Klimaschutzes erzielt hat. 

Die Zahlen für 2002-2003 deuten auf einen allgemeinen Anstieg der Emissionen um 53 Millionen Tonnen hin: 

  • Energie: +24 Millionen Tonnen (2,1 %). Der Anstieg ist hauptsächlich auf eine größere Stromnachfrage zurückzuführen, die vor allem durch einen stärkeren Einsatz von Kohle befriedigt worden ist.
  • Haushalts- und Dienstleistungssektor: +18 Millionen Tonnen (+2,8 %). Der kalten Winter führte dazu, dass Wohnung und Büros stärker beheizt wurden.
  • Industrie: + 17 Millionen Tonnen (+2,1 %). Der Anstieg ist von der Eisen- und Stahlproduktion sowie von Kühl- und Klimaanlagen verursacht worden. 
  • Verkehr: +6 Millionen Tonnen (0,7 %). Deutschland gilt in dieser Kategorie als Vorbild, da es dem Land gelang, seine jährlichen Emissionen zum vierten Mal in Folge zu verringern.

Die Länder, die den größten Emissionsanstieg (2002-2003) aus der Strom- und Wärmeerzeugung zu verzeichnen haben sind:

  • Großbritannien: +10 Millionen Tonnen
  • Finnland: + 7 Millionen Tonnen
  • Deutschland: + knapp 6 Millionen Tonnen

Wenn man die Emissionen der 25 EU-Mitgliedstaaten zusammennimmt, ergibt sich – vor allem bedingt durch die Umstrukturierungen in den neuen Mitgliedstaaten nach 1989 – ein Rückgang gegenüber 1990 um 5,5 %.