Britische Lektionen für die Euro-Zone

Der britische Finanzminister George Osborne erteilt den Euro-Ländern in einem Gastbeitrag Lektionen über die "unerbittliche Logik der Währungsunion". Er benennt die nötigen Zwischenschritte und die endgültige Lösung, um die Euro-Krise zu beenden.

Der britische Finanzminister George Osborne (L) erklärt seinen europäischen Kollegen – im Bild: Wolfgang Schäuble – Ursache und Lösung der Euro-Krise. Foto: dpa
Der britische Finanzminister George Osborne (L) erklärt seinen europäischen Kollegen - im Bild: Wolfgang Schäuble - Ursache und Lösung der Euro-Krise. Foto: dpa

Der britische Finanzminister George Osborne erteilt den Euro-Ländern in einem Gastbeitrag Lektionen über die „unerbittliche Logik der Währungsunion“. Er benennt die nötigen Zwischenschritte und die endgültige Lösung, um die Euro-Krise zu beenden.

Großbritannien macht alles richtig, allerdings gefährden die kriselnden Euro-Nachbarn die britische Stabilität – so der Tenor des britischen Finanzministers George Osborne im Gastbeitrag für The Telegraph (8. August 2011). Die Länder der Eurozone müssten den britischen Weg gehen, um die finanzielle Lage zu stabilisieren, fordert Osborne.

Großbritannien habe seinen europäischen Kollegen über Monate öffentlich und hinter verschlossenen Türen verdeutlicht, was getan werden müsse.

Britisches Vorbild

"Erstens, die Länder müssen nachweisen, dass sie glaubhafte Pläne haben, um mit den übermäßigen Schulden umzugehen. Sie müssen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und ihr Bankensystem stärken. Großbritanniens Erfahrung ist dabei eine unschätzbare Lektion: Durch entschiedenes Handeln ist es möglich, Glaubwürdigkeit zu gewinnen und die Märkte zu überholen." Da es sich aber um eine globale Krise handele könnten die Länder aber nicht einzelstaatlich agieren. "Die Länder der Euro-Zone müssen jetzt schnell handeln, um das zu erfüllen, was sie versprochen haben. Die Institutionen der Euro-Zone müssen alles tun, was nötig ist, um die finanzielle Stabilität zu sichern", schreibt Osborne.

Unerbittliche Logik

Dennoch könne auch das nur eine Brücke zu einer dauerhaften Lösung sein. "Die Länder der Euro-Zone müssen die unerbittliche Logik der Währungsunion akzeptieren, die von einer gemeinsamen Währung zu einer stärkeren finanzpolitischen Integration führt. Lösungen wie die Euro-Bonds müssen jetzt ernsthaft in Betracht gezogen werden, wenn Investoren von der langfristigen Zukunft der Währung überzeugt werden sollen. Ein ungeordnetes Ergebnis wäre für alle, auch für Großbritannien, katastrophal. Deshalb sollten wir mehr Integration [der Euro-Zone] zulassen und dabei zugleich sicherstellen, dass wir nicht Teil davon sind und unsere nationalen Interessen geschützt sind", so Osborne weiter.

Der britische Finanzminister fordert Strukturreformen in alle entwickelten Ländern, "und vor allem in der Euro-Zone", um die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Entwicklung der Volkswirtschaften zu verbessern.

mka

Ein englischsprachiger Beitrag zu diesem Thema erschien auf EURACTIV.com.

Links

Presse

The Telegraph: George Osborne: Britain is leading the way out of this crisis (8. August 2011)

Dokumente

EZB: Stellungnahme des EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet (7. August 2011)

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Euro-Krise: Muss der Bundestag die Sommerpause unterbrechen? (5. August 2011)

Dokumente zu Euro-Bonds

Jacques Delpla/Jakob von Weizsäcker: ‚The Blue Bond Proposal‘. Erschienen im Bruegel Policy Brief 2010/03 (Mai 2010)

Jacques Delpla/Jakob von Weizsäcker: ‚Eurobonds: The blue bond concept and its implications‘. Erschienenin: Bruegel Policy Contribution 2011/02 (März 2011)

Axel Weber, Jens Ulbrich und Karsten Wendorff: ‚Safeguarding financial market stability, strengthening investor responsibility, protecting taxpayers. A proposal to reinforce the European Stability Mechanism through supplementary bond issuance terms‘. Deutsche Bundesbank (März 2011)

Dokumente zum Euro-Gipfel / zur Griechenland-Hilfe

EZB: Statement by the President of the ECB (7. August 2011)

Bundesregierung: Gemeinsames deutsch-französisches Kommuniqué zur aktuellen Situation in der Euro-Zone (7. August 2011)

Barroso: Brief an die Staats- und Regierungschefs der Eurozone (3. August 2011)

Rat: A common response to the crisis situation. Pressemitteulung zum Euro-Gipfel (21. Juli 2011)

Rat: Erklärung der Staats- und Regierungschefs des Euro-Währungsgebiets und der EU-Organe (22. Juli 2011)

Rat: Remarks by President Van Rompuy at the press conference following the Eurozone Summit (21. Juli 2011)

Kommission:
Statement by President Barroso following the meeting of the Heads of State or Government of the Euro area (21. Juli 2011)

IIF: Greece Financing Offer: Statement by the IIF Board of Directors. Pressemitteilung (21. Juli 2011)

IIF: IIF Financing Offer (21. Juli 2011)

Bundesregierung: Mitschrift Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel zum Euro-Gipfel (22. Juli 2011)

Bundestag: Entschließungsantrag der Fraktionen der CDU/CSU und FDP
zu der Abgabe einer Regierungserklärung durch den Bundesminister der Finanzen
Stabilität der Eurozone sichern – Reformkurs in Griechenland vorantreiben
(10. Juni 2011)

EZB: Building Europe, building institutions
Speech by Jean-Claude Trichet, President of the ECB on receiving the Karlspreis 2011 in Aachen
(2. Juni 2011)

EZB: Target 2

EFSF: Internetseite

EFSF: Newsletter July 2011

Deutsche Bank: Zwischenbericht zum 30. Juni 2011 (26. Juli 2011)

EURACTIV.de-Interviews zur europäischen Schuldenkrise

"Aufstockung des Euro-Rettungsschirms wäre völlig sinnlos" (8. August 2011)

Lucke: "Der Rettungsschirm kann destabilisierend wirken (4. August 2011)

Fuest zu Europas Schuldenkrise: "Die Lage ist kritisch" (4. Juni 2011)

Europas Schuldenkrise: "Banken nötigen die Politik" (13. Mai 2011)

Holznagel zur Eurokrise: "Merkel hat Weg zur Haftungsgemeinschaft geebnet" (20. April 2011)