Britischer Spionagechef: Putin verliert Informationskrieg in der Ukraine

Russland ist es fast sechs Monate nach seinem Einmarsch in die Ukraine nicht gelungen, im Cyberspace sich gegenüber der Ukraine zu behaupten, sagte der Leiter des britischen Geheimdienstes GCHQ am Freitag (19. August).

EURACTIV.com with Reuters
epa07369520 The British Government Communications Headquarters (GCHQ), Director General, Jeremy Fleming ( the intelligence and security organisation responsible for providing signals intelligence (SIGINT) waits for a visit of Britain’s Elizabeth II outside Watergate House to mark the centenary the United Kingdom’s Intelligence, Security and Cyber Agency (GCHQ) in London, Britain, 14 February 2019. Reports on 13 February 2019 state that  Alex Younger, aged 55, and who is due to retire in November 2019 is expected to stay in post beyond his retirement date in 2019 to guide the secret intelligence service through the post-Brexit period.  EPA-EFE/FACUNDO ARRIZABALAGA
Der Generaldirektor des britischen Government Communications Headquarters (GCHQ), Jeremy Fleming wartet auf einen Besuch der britischen Königin Elisabeth II. vor dem Watergate House anlässlich des hundertjährigen Bestehens des britischen Geheimdienstes in London, Großbritannien, 14. Februar 2019. [EPA-EFE/FACUNDO ARRIZABALAGA]

Russland ist es fast sechs Monate nach seinem Einmarsch in die Ukraine nicht gelungen, im Cyberspace sich gegenüber der Ukraine zu behaupten, sagte der Leiter des britischen Geheimdienstes GCHQ am Freitag (19. August).

Jeremy Fleming, der Leiter des Geheimdienstes, schrieb in einem Kommentar in The Economist, dass beide Länder ihre Cyberkapazitäten im Krieg in der Ukraine einsetzen würden.

„Bislang hat Präsident Putin den Informationskrieg in der Ukraine und im Westen klar verloren. Obwohl das ein Grund zum Feiern ist, sollten wir nicht unterschätzen, wie sich die russische Desinformation in anderen Teilen der Welt auswirkt“, schrieb Fleming.

„Genau wie bei der Invasion auf dem Festland scheinen auch Russlands anfängliche Online-Strategien fehlgeschlagen zu sein. Der Einsatz von offensiven Cyber-Tools durch Russland war unverantwortlich und wahllos.“

Fleming sagte, Russland habe die WhisperGate-Malware eingesetzt, um ukrainische Regierungssysteme zu zerstören und zu beschädigen.

Er sagte auch, dass Russland das gleiche Vorgehen bereits in Syrien und auf dem Balkan angewandt habe und die Online-Desinformation ein wichtiger Bestandteil der russischen Strategie sei. Das britische GCHQ sei jedoch in der Lage gewesen, die Nachrichten abzufangen und rechtzeitig zu warnen, sagte er.

Ohne nähere Details zu nennen, wies Fleming darauf hin, dass die National Cyber Force des Vereinigten Königreichs auf Russland reagieren könnte, indem sie eine britische Militäreinheit einsetzt, die offensive Cyber-Tools verwende.