Bulgarische Krankenschwestern könnten bald freikommen [DE]

Libyen hat angekündigt, die Todesurteile gegen fünf bulgarische Krankenschwestern zu überprüfen, denen vorgeworfen wird, 400 Kinder mit AIDS infiziert zu haben.

Libyen hat angekündigt, die Todesurteile gegen fünf bulgarische Krankenschwestern zu überprüfen, denen vorgeworfen wird, 400 Kinder mit AIDS infiziert zu haben.

Der Sohn des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi äußerte, Libyen werde die gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt verhängten Todesurteile nicht vollstrecken. Trotz internationaler Kritik an dem Prozess sitzen die Verurteilten seit nunmehr acht Jahren in einem libyschen Gefängnis.  

Saif al-Islam sagte, es würde keine Hinrichtungen geben, er hoffe auf einen baldigen glücklichen Ausgang der Geschichte. Auch sein Vater sei gegen die Hinrichtungen, so Saif al-Islam. Er führte aus, der Fall sei von vornherein in die falsche Richtung verlaufen. Es habe viele Manipulationen an den Akten gegeben. Nun solle möglichst ein Kompromiss gefunden werden. 

Al-Islam forderte zudem Schadensersatz für die betroffenen Familien, die 10 Mio. Euro pro Kind als Entschädigung verlangen.   

Der stellvertretende bulgarische Außenminister Feim Tschauschew sagte, die Familien würden mittels eines Fonds, der bereits für die Familien eingerichtet worden sei, finanzielle Unterstützung erhalten. Tschauschew sprach sich aber gegen eine Entschädigung aus, da dies einem Schuldeingeständnis gleichkäme. 

Der ständige Vertreter der Kommission in Bulgarien, Michael Humphreys, zeigte sich zuversichtlich, dass bald eine Lösung gefunden werden könnte. Humphreys sagte, er glaube, die Entscheidung werde zu Gunsten der bulgarischen Krankenschwestern fallen.