CO2-Preise fallen nach Veröffentlichung des deutschen Emissionsberichts [DE]

Nachdem bekannt wurde, dass die deutsche Industrie wesentlich weniger CO2 ausgestoßen hat als unter dem EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) erlaubt war, fielen die Preise für CO2-Zertifikate am 12. Mai ins Bodenlose.  Die offiziellen Zahlen für die gesamte EU werden diesen Morgen (15. Mai) veröffentlicht

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Nachdem bekannt wurde, dass die deutsche Industrie wesentlich weniger CO2 ausgestoßen hat als unter dem EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) erlaubt war, fielen die Preise für CO2-Zertifikate am 12. Mai ins Bodenlose.  Die offiziellen Zahlen für die gesamte EU werden diesen Morgen (15. Mai) veröffentlicht

Aus dem vorzeitig veröffentlichten Emissionsbericht von Deutschland (und anderen Staaten) am 12. Mai auf einer EU-Internetseite geht hervor,  dass Deutschland 26,3 Millionen Tonnen weniger CO2 ausgestoßen hatte, als es unter dem EU-ETS erlaubt gewesen wäre.  Infolgedessen brachen die Preise für CO2-Zertifikate erneut ein und erreichten ihr Jahrestief.  Bereits zwei Wochen zuvor fielen die Preise, nachdem sechs andere EU-Staaten ebenfalls bekannt gaben, dass sie ihre Kontingente nicht ausgeschöpft hätten.  (s. EURACTIV, 2. Mai 2006).

Für eine gewisse Zeit wurden auf der Internetseite auch die Emissionsberichte von Großbritannien, Italien und Spanienveröffentlicht.  Diese Veröffentlichung war nicht beabsichtigt, da die Daten offiziell erst am 15. Mai vorgestellt werden sollten. Die Daten wurden kurzfristig wieder zurückgenommen, können nun aber wieder online abgerufen werden (http://ec.europa.eu/comm/environment/ets/).  Eine tabellarische Übersicht, sowie die Pressemitteilung können  hier herunter geladen werden. 

Laut Reuters habe Großbritannien seine Quote mit 31,3 Millionen Tonnen überschritten. Spanien produzierte 9,1 Millionen Tonnen mehr als vorgesehen.  Italien liege, laut Berichten, 5,66 Millionen Tonnen über seinem Kontingent.  Diese Zahlen hatten den Markt wieder bestätigt, woraufhin der Preis für eine Tonne CO2 von seinem Jahrestief 8,6 €/t auf 9,25 €/t anstieg.

Das EU-Emissionshandelssystem ist das Flaggschiff der EU zur Bekämpfung des Klimawandels und dient dazu, die im Kyoto-Protokoll angepeilte  Reduktion der Treibhausgase zu erreichen.  Ziel des EU-ETS ist es, den CO2-Ausstoß energieintensiver Industrien nach oben hin zu begrenzen.  Nicht benötigte CO2-Zertifikate können dann auf einem EU-weiten Markt gekauft und verkauft werden.  Unternehmen, die ihr Kontingent überschreiten, haben die Möglichkeit CO2-Zertifikate von anderen Unternehmen, die weniger CO2 ausstoßen, zu kaufen.  Andernfalls müssen sie für jede zusätzlich ausgestoßene Tonne CO2 € 40 Strafe zahlen, eine Summe, die weit oberhalb des derzeitigen Marktpreises liegt.