Debatte um sichere Altersvorsorge
Die Deutschen überschätzen die Folgen der Finanzkrise für ihre Altersversorgung, so das Ergebnis einer Studie.
Die Deutschen überschätzen die Folgen der Finanzkrise für ihre Altersversorgung, so das Ergebnis einer Studie.
"Es gibt eine massive Überschätzung der Verluste", kommentierte der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Im Schnitt rechneten die Deutschen einer Umfrage zufolge damit, aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise Krise 20 Prozent ihrer Altersvorsorge zu verlieren. Tatsächlich lägen die Verluste der großen Mehrheit bei weniger als drei Prozent, so das Ergebnis einer Berechnung des Instituts.
Das DIA berechnet die Altersvorsorge aus dem Geldvermögen, den Riester- oder Rürup-Renten, Immobilien sowie Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.
Das DIA nimmt keine neutrale Positition ein. Das Institut wird von der Deutschen Bank, deren Investmentfondstochter DWS sowie der Zurich-Versicherungsgruppe getragen, die selbst Vorsorge-Produkte verkaufen.
Die Anbieter privater Rentenversicherungen müssen in der Krise fürchten, dass Anleger ihren Produkten nicht mehr vertrauen. Nach einer Umfrage der Versicherungsgruppe AXA und deren Vermögensverwaltung ist das Vertrauen in Fonds zur Altersvorsorge stark gesunken. Hatten 2008 noch mehr als zwei Drittel Fonds für geeignet gehalten, seien dies nun nur noch 42 Prozent. Bei Ostdeutschen sank die Zustimmung sogar von 80 Prozent auf 39 Prozent.
awr mit rtr