Deutsch-Türken fordern Entlassung Sarrazins

Die Türkische Gemeinde Deutschland (TGD) fordert von der Bundesbank die Entlassung ihres Vorstands Thilo Sarrazin.

Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat (L), fordert die sofortige Entlassung von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. Foto: dpa
Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat (L), fordert die sofortige Entlassung von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. Foto: dpa

Die Türkische Gemeinde Deutschland (TGD) fordert von der Bundesbank die Entlassung ihres Vorstands Thilo Sarrazin.

Mit seinen rassistischen Äußerungen sei Sarrazin nicht nur unhaltbar, sondern er werde zu einer "Belastung für den Ruf der Bundesbank, für unsere Gesellschaft und für unser Land", so der TGD-Vorsitzende Kenan Kolat in einem Brief an Bundesbankchef Axel Weber.

"Herr Sarrazin hat die demokratische Diskussionskultur verlassen und hört nicht auf, mit seinen Äußerungen gegen Minderheiten zu hetzen. Für diese Äußerungen müssen die Staatsanwaltschaften von Amts wegen ermitteln", so Kolat weiter. Die Türkische Gemeinde in Deutschland prüfe zurzeit, ob von mehreren tausend Menschen Anzeige gegen ihn erstattet werden kann.

Sarrazin hatte vergangene Woche erneut mit fremdenfeindlichen Äußerungen über Einwanderer Empörung ausgelöst. Der für polemische Aussagen bekannte frühere Berliner Finanzsenator soll bei einer Unternehmerveranstaltung in Darmstadt gesagt haben, Deutschland werde durch Einwanderung "auf natürlichem Weg dümmer". Der Gastgeber der Veranstaltung widersprach dieser Darstellung jedoch am Freitag.

Die Grünen in Hessen nannten Sarrazin einen "Hetzredner", dem kein Forum mehr gegeben werden dürfe für "diskriminierende Äußerungen". Die Vorsitzende der Berliner SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration, Ülker Radziwill, forderte Sarrazin zum Parteiaustritt auf. Er habe "erneut in menschenverachtender Weise verschiedene Bevölkerungsgruppen" attackiert.

Ein Nachrichtenmedium zitierte Sarrazin mit dem Satz: "Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer." Zuwanderer aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika wiesen weniger Bildung auf als Migranten aus anderen Ländern. Einwanderer bekämen mehr Kinder als Deutsche. Es gebe "eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz".

Hinweis: Ist Sarrazin zu weit gegangen? Schicken Sie Ihre Position an Opens window for sending emailredaktion@euractiv.de

awr / rtr