Deutsche Kohlekraftwerke sind die schmutzigsten Europas [DE]

WWF hat eine Studie veröffentlicht, in der die 30 dreckigsten Kraftwerke Europas aufgelistet sind. 27 von ihnen sind Kohlekraftwerke, die bald stillgelegt werden sollen.

WWF hat eine Studie veröffentlicht, in der die 30 dreckigsten Kraftwerke Europas aufgelistet sind. 27 von ihnen sind Kohlekraftwerke, die bald stillgelegt werden sollen.

Aus einer am 4. Oktober 2005 veröffentlichten Studie der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) geht hervor, dass einige der schmutzigsten Kraftwerke Europas in Deutschland stehen. WWF hat die Effizienz von Kraftwerken in der EU anhand ihres CO2-Ausstoßes pro Kilowattstunde geprüft. Die Kraftwerke der „Dreckigen Dreißig“ befinden sich in Deutschland (9 Anlagen), Polen (5), Italien, Spanien und Großbritannien (jeweils 4). Der Energiekonzern RWE betreibt vier der zehn schmutzigsten Anlagen und führt damit die Liste der größten CO2-Emissionsverursacher an, gefolgt von Vattenfall, E.ON, Endesa, EDF und Electrabel. 

27 der 30 schmutzigsten Kraftwerke sind Kohlekraftwerke. „Kohlekraftwerke sind die schmutzigsten, weil sie den CO2-intensivsten Treibstoff benutzen. Um die globale Klimaerwärmung abzuschalten, müssen wir sie mit saubereren Alternativen, wie Erdgas und erneuerbare Energien, ersetzen“, erläuterte Imogen Zethoven vom WWF. 

Kohlekraftwerke stoßen doppelt soviel CO2 aus wie Gaswerke und 70 Mal mehr als Wasserkraftwerke. Im Hinblick auf Emissionen ist Atomkraft die sauberste Energiequelle, da es lediglich 1 % der Verschmutzung von Kohlekraftwerken verursacht – eine Tatsache, die WWF verschweigt.

In den kommenden zwanzig Jahren sollen viele der dreckigsten Kraftwerke stillgelegt werden. Damit wäre der Weg frei für neuere und sauberere Technologien. Dies betont auch die Stromindustrie. Obwohl Kohle auch weiterhin „unentbehrlich“ im Energiemix sein werde, wolle RWE Power laut Johannes Lambertz neue Kraftwerke bauen, welche „die CO2-Emissionen um 30 % gegenüber alten Kraftwerken verringern“. 

Im Dezember 2004 hat WWF einen Bericht veröffentlicht, im dem die Organisation feststellte, dass die führenden Stromkonzerne der EU ihrer Verantwortung nicht nachkämen, die Nutzung von und Investitionen in erneuerbare Energie zu fördern (siehe EURACTIV 1. Dezember 2004).