Deutsche Unternehmen blicken zuversichtlich in die Zukunft [DE]
Laut des Ifo-Geschäftsklimaindex bewerten deutsche Firmen ihre Aussichten optimistisch. Angesichts der nach wie vor schwachen Binnennachfrage jedoch halten einige Wirtschaftsexperten die vorgeschlagene Mehrwertsteuererhöhung nicht für den richtigen Weg.
Laut des Ifo-Geschäftsklimaindex bewerten deutsche Firmen ihre Aussichten optimistisch. Angesichts der nach wie vor schwachen Binnennachfrage jedoch halten einige Wirtschaftsexperten die vorgeschlagene Mehrwertsteuererhöhung nicht für den richtigen Weg.
Der Ifo-Geschäftsklimaindex zur Geschäftslage deutscher Firmen ist seit August 2004 nicht unter 92 Zähler gefallen. Im August 2005 lag er bei 94,6 Zählern, was einen Rückgang gegenüber Juli darstellt, aber besser ist als die Zahlen vom März und Juni 2005.
Guillaume Durand, wirtschaftspolitischer Analyst beim European Policy Centre, bewertet die Lage wie folgt: „Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich die deutsche Wirtschaft fast erholt hat. Ihre Achillesferse ist aber nach wie vor das Vertrauen der Verbraucher. Ein Regierungswechsel könnte einen Vertrauensschub bei Verbrauchern auslösen. Doch viele deutsche Wirtschaftswissenschaftler glauben, dass die Anhebung der Mehrwertsteuer um zwei Prozent, die ein zentraler Punkt des Regierungsprogramms der Opposition ist, das Land in eine Rezession zurückwerfen könnte, wie das in Japan geschah, als es 1997 eine Verbrauchersteuer einführte. Paul Kirchhof, der unter einer CDU/CSU-geführten Regierung gute Aussichten auf das Amt des Finanzministers hätte, ist gegen die Mehrwertsteuererhöhung“.
Im Hinblick auf die Bewertung der Finanzlage Deutschlands und Italiens durch die Kommission im Dezember erklärt Durand: „Ein Kernelement der Absichten, die hinter der jüngsten Reform des Stabilitäts- und Wachstumspaktes standen, war, dass der Verschuldung mehr Bedeutung beigemessen werden sollte. Hier könnte Deutschland von der Kommission besser bewertet werden als Italien, weil seine Schulden viel niedriger sind. Aber selbst [in Deutschland] ist die Schuldenlast in den letzten Jahren größer geworden.“
Angesichts der Tatsache, dass Deutschland nicht allein steht, da auch Frankreich und Italien Strafzahlungen im Rahmen des Stabilitätspakts immer näher kommen, hält Durand eine Wiederholung der Ereignisse des Novembers 2003, als es Deutschland und Frankreich gelang, Geldbußen abzuwehren, für möglich.
Das deutsche Verfassungsgericht urteilte am 25. August, dass die deutschen Bundestagswahlen am 18. September wie geplant stattfinden können.