Deutschland bei Innovationen in der EU vorne

Deutschland gehört mit Finnland, Dänemark und Schweden zu den innovationsfreundlichsten Ländern innerhalb der EU. Dies geht aus dem Leistungsanzeiger der Innovationsunion (IUS) 2010 hervor. Allerdings gelingt es der EU nicht, den Innovationsrückstand gegenüber den internationalen Hauptwettbewerbern, den USA und Japan, zu überwinden.

Industriekommissar Antonio Tajani betont, dass „wir unsere Anstrengungen, Europa innovativer zu machen, verstärken müssen, damit wir unsere wichtigsten Konkurrenten einholen.“ Foto: EC
Industriekommissar Antonio Tajani betont, dass "wir unsere Anstrengungen, Europa innovativer zu machen, verstärken müssen, damit wir unsere wichtigsten Konkurrenten einholen." Foto: EC

Deutschland gehört mit Finnland, Dänemark und Schweden zu den innovationsfreundlichsten Ländern innerhalb der EU. Dies geht aus dem Leistungsanzeiger der Innovationsunion (IUS) 2010 hervor. Allerdings gelingt es der EU nicht, den Innovationsrückstand gegenüber den internationalen Hauptwettbewerbern, den USA und Japan, zu überwinden.

Die deutschen Ausgaben für die Forschungsförderung liegen um ein Fünftel über dem EU-Durchschnitt. Der heute von der Kommission vorgestellte Innovationsanzeiger 2010 zeigt allerdings auch, dass die EU den Innovationsrückstand gegenüber den USA und Japan bislang nicht aufgeholt hat. Zwar hat die EU noch einen klaren Vorsprung gegenüber den aufstrebenden Volkswirtschaften Indiens und Russlands, Brasilien macht  jedoch stetige Fortschritte und China holt schnell auf.

"Der Anzeiger macht deutlich, dass wir unsere Anstrengungen, Europa innovativer zu machen, verstärken müssen, damit wir unsere wichtigsten Konkurrenten einholen und wieder den Weg zu einem soliden und nachhaltigen Wachstum einschlagen können," betonte der Kommissar für Unternehmen und Industrie, Antonio Tajani.

"Wichtig wie Wasser für das Leben"

"Innovation ist für eine erfolgreiche moderne Wirtschaft so wichtig wie Wasser für das Leben. Sie ist die beste Möglichkeit der Volkswirtschaften, Arbeitsplätze zu schaffen. Wir wollen, dass die Mitgliedstaaten den Innovationsanzeiger umfassend nutzen, damit sie auf ihre Stärken aufbauen und ihre Schwächen angehen können", sagte  Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn.

"Das Ergebnis macht deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind, jedoch müssen wir in der EU unsere Anstrengungen weiter verstärken und die Innovations- und Forschungsmaßnahmen umfassend ausbauen, um weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben", so Markus Ferber, Vorsitzender der CSU-Gruppe im EU-Parlament über das Abschneiden Deutschlands.

"Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist es oft ein schwerer Weg neue Ideen zu verwirklichen. Um die Innovationsfähigkeit zu erhalten, müssen wir auch in Zukunft den erfinderischen Geist in Deutschland und in der ganzen EU noch stärker fördern. Denn die Innovation ist der Motor der Wirtschaft und das Geheimnis des deutschen Erfolgs", erklärte Ferber.

Größter Abstand in Kategorie "Tätigkeit und Unternehmen"

Der größte Abstand im internationalen Vergleich ist in der Kategorie "Tätigkeit der Unternehmen" festzustellen, wo die 27 EU-Länder u.a. bei den öffentlich-privaten Ko-Publikationen und den Ausgaben der Unternehmen für Forschung und Entwicklung zurückliegen. Die Innovationslücke Europas ist in erster Linie auf den privaten Sektor zurückzuführen. Bei den Lizenz- und Patenteinkünften aus dem Ausland ist der Abstand besonders groß und wächst schnell.

In den letzten fünf Jahren verzeichneten offene und attraktive Forschungssysteme (internationale wissenschaftliche Kopublikationen, Veröffentlichungen von hoher Verwertbarkeit, Doktoranden aus Drittländern) und intellektuelles Eigentum (Gemeinschaftshandelsmarken, Anmeldungen von Patenten und Gemeinschaftsgeschmacksmuster) den größten Zuwachs.

25 Indikatoren im Zusammenhang mit Forschung und Innovation

Beim Leistungsanzeigers der Innovationsunion 2010 handelt es sich um die erste Ausgabe im Rahmen der Initiative "Innovationsunion", die den bisherigen Europäischen Innovationsanzeiger (EIS) ersetzt. Der Anzeiger fließt in den vor kurzem veröffentlichten Jahreswachstumsbericht ein. Er soll den Mitgliedsstaaten bei der Feststellung von Stärken und Schwächen behilflich sein und ihre Innovationsleistung durch ihre nationalen Reformprogramme der Strategie Europa 2020 verbessern.

Der Anzeiger 2010 enthält 25 Indikatoren im Zusammenhang mit Forschung und Innovation und deckt die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Kroatien, Serbien, die Türkei, Island, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Norwegen und die Schweiz ab. Die Indikatoren lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

– "Potenzial", d. h. die wesentlichen Bausteine, die Innovation ermöglichen (Humanressourcen, Finanzierung und Förderung, offene, hervorragende und attraktive Forschungssysteme);

– "Tätigkeit der Unternehmen", die zeigt, wie innovativ Europas Unternehmen sind (Investitionen der Unternehmen, Vernetzung und unternehmerische Initiative, intellektuelles Kapital) und

– "Erträge", die zeigen, welche Vorteile für die Gesamtwirtschaft sich daraus ergeben (Innovatoren, gesamtwirtschaftliche Auswirkungen).

dto

Links

Dokumente

EU: INNOVATION UNION SCOREBOARD 2010 The Innovation Union’s performance scoreboard for Research and Innovation (1. Feburar 2011)

EU-Kommission: Neuer Leistungsanzeiger der Innovationsunion: Trotz Fortschritten in vielen Mitgliedstaaten liegen die Hauptwettbewerber vor der EU (1. Februar 2011)

EU-Kommission: Leitinitiative der Strategie Europa 2020 Innovationsunion (6. Oktober 2010)

EU-Kommission: European Innovation Scoreboard 

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