Draghi erwartet weiterhin deutliches Wirtschaftswachstum in 2018

Gestern hat EZB-Chef Mario Draghi den Jahresbericht der europäischen Wirtschaft vorgestellt und sich für 2018 optimistisch gezeigt.

Euractiv.de
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EZB-Chef Mario Draghi stellte gestern seinen Jahresbericht vor. Foto: Shutterstock [<a href="http://www.shutterstock.com/pic-189029030.html" target="_blank" rel="noopener">[miqu77/ Shutterstock]</a>]

Laut des Jahresberichts 2017 der Europäischen Zentralbank (EZB), den EZB-Chef Mario Draghi gestern der Öffentlichkeit präsentierte, stehen in Bezug auf die Entwicklung der Konjunktur im Währungsraum für 2018 gute Zeiten an.

Bis zum Jahresende 2017 sei die Wirtschaft bereits 18 Quartale in Folge gewachsen, erklärte Draghi im Jahresbericht. “Nach vorne blickend erwarten wir, dass das Tempo der wirtschaftlichen Expansion 2018 stark bleibt.” Im vergangenen Jahr nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Euro-Zone um 2,5 Prozent zu und damit so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Die Inflationsentwicklung blieb aber nur verhalten. Draghi zufolge sind die Euro-Wächter zwar zuversichtlich, dass sich die Teuerung mittelfristig der EZB-Zielmarke annähern wird. Allerdings bestünden immer noch Unsicherheiten hinsichtlich des Aufholbedarfs in der Wirtschaft. Die EZB peilt knapp unter zwei Prozent Teuerung an, was sie als Optimalwert für die Konjunktur erachtet. Im März legten die Verbraucherpreise nur 1,4 Prozent zu. Der EZB-Chef bekräftigte, eine geduldige, beständige und umsichtige Geldpolitik sei daher weiter notwendig.

Draghis Stellvertreter Vitor Constancio warnte davor, eine zu schnelle Straffung der Geldpolitik könne eine Wende bei der Inflation zunichte machen. “Wir sollten vorsichtig sein, um zu vermeiden, dass eine frühe, stark restriktive Geldpolitik diese Entwicklung durchkreuzt”, sagte der Portugiese. Die EZB habe aber im Oktober gezeigt, dass sie gegebenenfalls bereit stehe, ihre Geldpolitik anzupassen. Constancio antwortete auf eine Frage des Europa-Abgeordneten Burkhard Balz, der als neues Vorstandsmitglied zur Bundesbank wechseln wird.

Die Euro-Notenbank hatte im Oktober beschlossen, zwar ihre Anleihenkäufe bis mindestens Ende September 2018 zu verlängern. Das monatliche Kaufvolumen wurde aber ab diesem Januar auf 30 Milliarden Euro halbiert. Inzwischen rechnen die meisten Experten damit, dass die Währungshüter ihre inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegten Käufe bis Ende 2018 auslaufen lassen werden. Laut EZB-Chefvolkswirt Peter Praet werden sie dann enden, wenn die Kriterien der Notenbank für eine nachhaltige Veränderung der Inflation in Richtung Zielmarke erfüllt sind. Die Geldpolitik werde sich datenabhängig entwickeln, sagte er in Frankfurt. Der Preisauftrieb sei aber aktuell weiter verhalten.