Draghi will Job als EU-Sonderbeauftragter für den "Global Gateway" nicht

EURACTIV mit Reuters
Draghi genießt in EU-Kreisen hohes Ansehen, da er als ehemaliger EZB-Chef dazu beigetragen hat, den Euro während der Staatsschuldenkrise von 2011-2012 zu stützen. [STEPHANIE LECOCQ/EPA]

Der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, ist nicht an einem neuen Job als EU-Sonderbeauftragten interessiert, sagte eine ihm nahestehende Quelle am Donnerstag, obwohl die italienische Regierung zuvor gesagt hatte, sie würde ihn unterstützen.

Das Handelsblatt berichtete diese Woche, dass Draghi für den Posten des Sonderbeauftragten für die „Global Gateway“-Strategie der EU in Betracht gezogen werde.

Auf die mögliche Ernennung angesprochen, sagte der römische Außenminister Antonio Tajani am Donnerstag, Draghi könne auf die Unterstützung Italiens zählen, wenn er den Posten anstrebe.

Einige Stunden später sagte eine Quelle, die nicht genannt werden wollte, dass Draghi nicht interessiert sei.

Draghi genießt in EU-Kreisen hohes Ansehen, da er als ehemaliger EZB-Chef dazu beigetragen hat, den Euro während der Staatsschuldenkrise von 2011-2012 zu stützen.

Brüssel hat den 300 Milliarden Euro schweren Infrastrukturplan namens „Global Gateway“ im Jahr 2021 vorgestellt. Die EU will damit eine Alternative zu der chinesischen „Belt and Road Initiative“ bieten.

Peking hat diesen Plan 2013 ins Leben gerufen, um seine Handelsbeziehungen mit dem Rest der Welt zu stärken. Zentralasien ist eine der Regionen, in die China seitdem stark investiert hat.

Draghi leitete zuletzt eine große Koalitionsregierung in Italien in den Jahren 2021 bis 2022, die im Oktober durch die rechtsgerichtete Regierung von Giorgia Meloni abgelöst wurde.