Dutzende Tote bei versuchter Befreiung entführter Geologen in Nigeria

Bei dem Versuch, eine vermutlich von der radikalislamischen Boko Haram entführte Öl-Explorationsgruppe im Nordosten Nigerias zu befreien, sind nach offiziellen Angaben mindestens 30 Menschen getötet worden.

Eleven million children in north east Nigeria are out of school
Im Nordosten Nigerias [<a href="https://twitter.com/nigerianewsdesk" target="_blank" rel="noopener">[@NigeriaNewsdesk/Twitter]</a>]

Bei dem Versuch, eine vermutlich von der radikalislamischen Boko Haram entführte Öl-Explorationsgruppe im Nordosten Nigerias zu befreien, sind nach offiziellen Angaben mindestens 30 Menschen getötet worden.

Unter den Toten sind sowohl Soldaten und andere Sicherheitskräfte als auch mehrere Mitglieder des Geologenteams der Universität Maiduguri, das nach Ölvorkommen in dem Opec-Staat sucht. Nach Angaben eines Universitätssprechers wurden vier Team-Mitglieder am Donnerstagabend noch vermisst.

Die für die staatliche Ölgesellschaft NNPC tätigen Geologen und deren Mitarbeiter waren am Dienstag im Bundesstaat Borno entführt worden. Die Ölgesellschaft sucht seit über einem Jahr im Becken des Tschad-Sees nach vermuteten riesigen Ölvorkommen.

Im Nordosten Nigerias hat die Boko-Haram-Miliz ihre Hochburgen. In ihrem seit acht Jahren andauernden Kampf für einen islamistischen Staat wurden mehr als 20.000 Menschen getötet. Hunderte wurden verschleppt, unter ihnen viele Frauen und Mädchen.

Nigeria, das gemeinsam mit Somalia,dem Südsudan und Jemen eines der vier Länder ist, für die dieses Jahr vor Hungersnöten gewarnt wird, ist stark abhängig von den Einkommen aus dem Ölgeschäft. Rund zwei Drittel des Staatshaushalts deckt das afrikanische Land damit. Durch Anschläge auf Öleinrichtungen im südlichen Niger-Delta sank die Förderung im vergangenen Jahr um über ein Drittel. Die Einnahmeausfälle verschärften die Rezession in der größten Volkswirtschaft des Kontinents.

Mitte Juni sagte die EU ein Hilfspaket für NIgeria zu, das kurzfristige humanitäre Hilfe sowie langfristige Entwicklungs-Unterstützung leisten soll. Das Paket setzt damit die Strategie für widerstandsfähigere Staaten und Gesellschaften in der ganzen Welt der Kommission um, die diese Anfang Juni veröffenlichte.

Laut EU-Entwicklungskommissar Neven Mimica wird das 143-Millionen Euro schwere Paket zusätzlich zur aktuellen Entwicklungshilfe in Nigeria gestartet. Damit soll den rund 1,3 Millionen Binnenflüchtlingen und den betroffenen Kommunen in und um den besonders von einer humanitären Krise betroffenen Bundesstaat Borno geholfen werden.