E.ON-Angebot lässt EU auf Liberalisierung hoffen [DE]

Die Europäische Kommission hat einen wichtigen Sieg in ihrem Kreuzzug gegen ehemalige Energiemonopole errungen: Der deutsche Energieriese E.ON hat angeboten, seine Hochspannungsstromnetze zu verkaufen, um laufende EU-Kartellverfahren innerhalb des Stromsektors zu beenden.

Bernotat_EON.jpg
Bernotat_EON.jpg

Die Europäische Kommission hat einen wichtigen Sieg in ihrem Kreuzzug gegen ehemalige Energiemonopole errungen: Der deutsche Energieriese E.ON hat angeboten, seine Hochspannungsstromnetze zu verkaufen, um laufende EU-Kartellverfahren innerhalb des Stromsektors zu beenden.

In einer Stellungnahme  vom Donnerstag (28. Februar 2008) schlug E.ON vor, „die eigenen Übertragungsnetze an einen Betreiber zu veräußern, der nicht im Bereich der Stromerzeugung oder Stromversorgung tätig ist“.

Das überraschende Angebot würde letztendlich die Aktivitäten von E.ON in den Bereichen Elektrizitätserzeugung und -übertragung entflechten. Dieser Schritt wurde von der Kommission lange unterstützt, da er als wichtige Stufe auf dem Weg zur vollständigen Liberalisierung des europäischen Energiesektors gilt.

Die Vorschläge, würden sie angenommen, würden den deutschen Stromsektor strukturell verändern und „dem Wettbewerb im deutschen Strommarkt im Interesse der Haushalts- und Industriekunden noch stärkere Impulse zu geben“, so E.ON.

Der Zeitpunkt der Ankündigung lag nur wenige Stunden vor dem Treffen der EU-Energieminister in Brüssel. Die Minister kamen zu einer Energiedebatte zusammen, welche die umstrittenen Kommissionsvorschläge zur Entflechtung einschloss.

E.ON war bisher ein entschlossener Gegner der Kommissionspläne für eine vollständige „Entflechtung“ gewesen. Die Ankündigung traf die deutsche Regierung offensichtlich überraschend.

Anfang des Monats hatten Deutschland, Frankreich und sechs weitere Mitgliedstaaten Vorschläge für eine ‚dritte Option’ für die Energieliberalisierung vorgelegt. Damit wollten sie das Aufbrechen vertikal integrierter Unternehmen, wie E.ON und die französische  EDF, verhindern (EURACTIV vom 1. Februar 2008).

Das Ministertreffen endete nur mit der gemeinsamen Entschlossenheit, bis zum nächsten Treffen am 6. Juni 2008 zu einer politischen Einigung zu gelangen.