ECAS: Deutschland und Österreich sollten Arbeitsmarkt öffnen [DE]
In einem exklusiven EURACTIV-Interview kommentiert Tony Venables, Direktor des European Citizen Action Service (ECAS), die Probleme, die sich Bürgern, die in einem anderen EU-Land arbeiten wollen, in den Weg stellen.
In einem exklusiven EURACTIV-Interview kommentiert Tony Venables, Direktor des European Citizen Action Service (ECAS), die Probleme, die sich Bürgern, die in einem anderen EU-Land arbeiten wollen, in den Weg stellen.
Zweieinhalb Jahre nach der großen Erweiterung vom 1. Mai 2004 halten sieben der alten Mitgliedstaaten immer noch Übergangsbestimmungen für den Zugang zu ihren Arbeitsmärkten für Arbeitnehmer aus den neuen Mitgliedstaaten Mittel- und Osteuropas aufrecht. Deutschland und Österreich werden diese Bestimmungen bis 2009, also bis zur nächsten Bewertung, oder sogar bis zum endgültigen Auslaufen am 30. April 2011 beibehalten.
Mit zwei Berichten (siehe EURACTIV vom 5. September 2006) hat der European Citizens Action Service (ECAS) die mit den Übergangsbestimmungen verbundenen Fragen gründlich analysiert. ECAS kam dabei zu dem Schluss, dass die Bestimmungen nicht aufrecht erhalten werden sollten, da sie eine künstliche Trennung zwischen den alten und den neuen Mitgliedstaaten schaffen und zu Misstrauen und Vorurteilen auf beiden Seiten führen würden.
Im Gespräch mit EURACTIV betonte der Direktor von ECAS, Tony Venables, dass eine Tätigkeit im Ausland für Arbeitnehmer sowohl Nachteile und Herausforderungen als auch Möglichkeiten bereithalte. Die Arbeitnehmer verließen ihr Heimatland mit einer Hinfahrkarte, 50 Euro in der Tasche und einem Brief von einer Arbeitsvermittlung, die ihnen Saisonarbeit und Unterkunft in Aussicht stelle, sagte Venables und fügte hinzu, dass niemand in einer solchen Situation sich auf der Internetseite des Europäischen Jahres der Mobilität über seine Rechte informieren würde. Nur im Nachhinein, wenn sie ihre Arbeit oder ihre Unterkunft verloren hätten oder der Arbeitgeber ihnen Geld schulde oder sie keine Unterkunft mehr hätten würden die Arbeitskräfte aus den neuen Mitgliedstaaten in Schwierigkeiten geraten, so Venables.
Venables fordert zudem, dass die Kommission und die Mitgliedstaaten die an einer Tätigkeit im Ausland interessierten Arbeitnehmer besser informieren sollten, auch wenn sie sich bereits in einem anderen Mitgliedstaat befänden. Zudem sollten die Verwaltungen der Mitgliedstaaten besser zusammenarbeiten, damit die Arbeitskräfte bei fehlenden Unterlagen keine zu großen Schwierigkeiten bekämen.
Lesen Sie das ganze Interview hier.