Einfluss von Energie auf Gesundheit 'weitgehend vernachlässigt' [DE]
Die aktuelle Debatte über den Klimawandel vernachlässige eine Reihe von Fragen zu Energie als eine entscheidende Determinante für die Gesundheit des Menschen, so Dr. Richard Horton in einer Medizinzeitschrift. Er fordert 'sicherer Kernenergie' als eine Brücke zwischen fossilen Brennstoffen und erneuerbaren Energie anzunehmen.
Die aktuelle Debatte über den Klimawandel vernachlässige eine Reihe von Fragen zu Energie als eine entscheidende Determinante für die Gesundheit des Menschen, so Dr. Richard Horton in einer Medizinzeitschrift. Er fordert ’sicherer Kernenergie‘ als eine Brücke zwischen fossilen Brennstoffen und erneuerbaren Energie anzunehmen.
Energie sei eine wesentliche, jedoch bisher weitgehend vernachlässigte Determinante für die Gesundheit des Menschen. Dies schreibt Dr. Horton in einem Artikel für die britische Medizinzeitschrift The Lancet. Er erklärt, dass die Gesellschaft derzeit an einem „zerrütteten globalen Energiemetabolismus“ leide.
Horton argumentiert, dass die aktuelle Debatte über den Einfluss des Menschen auf unseren Planten, besonders in Hinblick auf den Klimawandel, ‚unausgewogen und zu begrenzt’ sei, sowie eine Reihe von Fragen außer Acht lasse, die die Themen Energie und Gesundheit beträfen.
Am 12. September 2007 veröffentlicte The Lancet im Rahmen seiner Serie zu Energie und Gesundheit eine Reihe von Schriften und Kommentaren, die sich mit der Frage des Zusammenhangs von Energie und Gesundheit befassen, wie beispielsweise dem Zugang zu Energie, Fleischkonsum oder städtischem Verkehr. In diesen Schriften heißt es, dass derzeit etwa zwei Milliarden Menschen weltweit unter negativen gesundheitlichen Auswirkungen litten, da es ihnen an einem Zugang zu sauberer Energie mangele und sie zudem einem hohen Maß an Luftverschmutzung in Gebäuden – verursacht durch ineffizientes Verbrennen von natürlichen Biokraftstoffen – ausgesetzt seien.
Ein verbesserter Zugang zu Elektrizität sowie eine Umorientierung von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energiequellen für die Stromerzeugung, wo dies möglich sei, werde der Gesundheit der Bevölkerung zugute kommen, so Dr. Paul Wilkinson und Professor Anil Markandya.
Der Vergleich verschiedener Formen wirtschaftlicher Energiegewinnung durch die Verwendung von Methoden des Brennstoffkreislaufs, die in europäischen Studien entwickelt wurden, zeige, dass die gesundheitlichen Belastungen am größten bei Kraftwerken seien, welche die Luft am stärksten verschmutzten (Braunkohle- Kohle- und Ölkraftwerke), erklären Wilkinson und Markandya. Die gesundheitlichen Belastungen, die von Erdgas oder von Atomkraft ausgingen, seien wesentlich geringer.
Dr. Horton erklärt weiterhin, dass Atomenergie keine langfristige Lösung sei, da sie zu viele Risiken berge. Er weist jedoch darauf hin, dass Länder mit angemessenen regulatorischen Sicherheitsbestimmungen Technologien zur Atomenergie als eine Übergangslösung zwischen fossilen Brennstoffen und erneuerbareren Energiequellen annehmen sollten. Er fordert weiterhin Länder mit hohem und mittlerem Einkommen auf, zu einem kohlenstoff- und energiearmen Verkehrssystem überzugehen, indem sie Laufen, Radfahren und öffentliche Verkehrsmittel förderten.
Andere Forschungspapiere argumentieren, dass eine verbesserte Energieeffizienz in städtischen Gebieten und Wohnhäusern das Potential habe, die Treibhausgasemissionen herabzusetzen und die Gesundheitsbedingungen zu verbessern. Sie fordern weiterhin die Senkung des weltweiten Fleischkonsums um zehn Prozent, um die negativen gesundheitlichen Auswirkungen, die von Treibhausgasen ausgehen, zu mindern.