Emmanuel Macron will Leasing von E-Autos ab 100 Euro pro Monat
Wie der französische Präsident Emmanuel Macron am Montag (25. September) ankündigte, soll in Frankreich im Rahmen der Klimaschutzstrategie ab November ein E-Auto-Leasing ab 100 Euro pro Monat für innerhalb der EU hergestellte Fahrzeuge eingeführt werden.
Wie der französische Präsident Emmanuel Macron am Montag (25. September) ankündigte, soll in Frankreich im Rahmen der Klimaschutzstrategie ab November ein E-Auto-Leasing ab 100 Euro pro Monat für innerhalb der EU hergestellte Fahrzeuge eingeführt werden.
Die Ankündigung ist Teil einer umfassenderen Strategie der Regierung, die Treibhausgasemissionen jährlich um 5 Prozent zu senken. Ziel ist es, die Emissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken.
„Ab November werden wir in der Lage sein, ein neues Leasingprogramm für Elektroautos einzuführen“, sagte Macron. 2024 sollen „einige Zehntausende Autos“ zur Verfügung stehen. In den kommenden Jahren soll das Programm auch an Umfang und Reichweite gewinnen.
Das Leasingprogramm soll einkommensschwächeren Haushalten helfen, ihre Fahrgewohnheiten von Verbrennungsfahrzeugen auf Elektroautos umzustellen. Frankreich hat sich zusammen mit allen anderen EU-Mitgliedstaaten darauf geeinigt, keine neuen Autos mit klassischen Verbrennungsmotoren ab 2035 mehr zuzulassen.
„Wir wollen, dass diese Regelung den Menschen Zugang zu europäischen E-Autos verschafft“, fügte der Präsident hinzu. Er wies auf die Gefahr hin, dass große Drittstaaten, allen voran China, andernfalls die französischen Märkte überfluten würden.
Frankreich, das Heimatland der Autoriesen Renault und Stellantis, hat China genau im Blick, da es in den letzten Jahren erhebliche Marktanteile in der EU dazu gewonnen hat. Nachdem chinesische Marken im Jahr 2022 einen Anteil von 8 Prozent am EU-Markt für Elektrofahrzeuge erreicht haben, könnten sie diesen Anteil nach Angaben der Europäischen Kommission bis 2025 auf 15 Prozent erhöhen.
Elektroautos, die für den neuen Leasingplan in Frage kommen, müssen außerdem die überarbeiteten französischen Regelungen für den „Umweltbonus“ erfüllen. Dieser sieht Geldprämien für Erstkäufer von Elektroautos vor, wenn die Gesamtemissionen der Fahrzeugproduktion unter einem bestimmten Grenzwert bleiben. Damit sollen chinesische Fahrzeuge finanziell weniger attraktiv gemacht werden.
Diese neue Ankündigung des E-Auto-Leasings sei Teil eines „sozial-ökologischen Plans“, um in der EU hergestellte E-Autos erschwinglicher zu machen, sagte der französische Verkehrsminister Clément Beaune am Dienstag dem öffentlich-rechtlichen Radiosender France inter und betonte dabei die „ökologische Souveränität“.
Nach Angaben des Beratungsunternehmens Ptolemus Consulting Group sind die Preise für chinesische E-Autos in China zwischen 2015 und 2022 um rund 50 Prozent von 67.000 Euro auf 32.000 Euro gesunken. In Europa hingegen stiegen die Preise für Elektroautos im gleichen Zeitraum um 17 Prozent von knapp 49.000 Euro auf über 55.000 Euro, was für viele Europäer unerschwinglich ist.
Laut der Fachzeitschrift Numerama werden die Autohersteller MG, Dacia und Fiat, die in Frankreich alle Leasingangebote unter 100 Euro pro Monat anbieten, von diesem Programm ausgeschlossen, da ihre Fahrzeuge in China hergestellt werden.
Frankreich hat sich verpflichtet, bis zum Ende von Macrons Amtszeit im Jahr 2027 mehr als eine Million Elektroautos zu produzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Regierung eine „umfassende Bestandsaufnahme der französischen Bergbauressourcen“ durchführen, sagte Macron am Montag, da einige kritische Rohstoffe, darunter Lithium, für die Produktion von E-Auto-Batterien erforderlich sind.
[Bearbeitet von Sean Goulding Carroll/Nathalie Weatherald]