Energiepreise könnten slowakische Schulen im Winter zur Schließung zwingen
Schulen in der Slowakei könnten laut Warnungen von Schul- und Gemeindevertreter:innen im Winter aufgrund des drastischen Anstiegs der Strom- und Heizkosten gezwungen sein, den Betrieb einzustellen.
Schulen in der Slowakei könnten laut Warnungen von Schul- und Gemeindevertreter:innen im Winter aufgrund des drastischen Anstiegs der Strom- und Heizkosten gezwungen sein, den Betrieb einzustellen.
Für Schulen in der südslowakischen Stadt Rimavská Sobota werden die Energierechnungen voraussichtlich um mehr als 350 Prozent steigen. Eine Grundschule in der Stadt zahlte bisher nur 1.321 Euro pro Monat, wird aber ab September insgesamt 5.890 Euro pro Monat zahlen müssen.
„Ich habe das noch nie erlebt. Ich erinnere mich nur noch vage an das, was uns bevorsteht, aus meiner Studienzeit, als wegen der Energiekrise im Sozialismus die Schulen geschlossen und Kohleferien angekündigt wurden“, sagte die Schulleiterin Anita Antalová gegenüber denník SME.
Bürgermeister Jozef Šimko wies darauf hin, dass die Schulen in der Stadt, aber auch in der gesamten Slowakei geschlossen werden müssten, wenn die Regierung nicht schnell handele.
„Wir würden nur ein oder zwei Gebäude offen lassen, damit andere nicht geheizt werden müssen. Der Unterricht würde in Schichten stattfinden – die unteren Klassen am Vormittag, die die älteren Schüler am Nachmittag“, sagte Šimko.
Der Unterricht könnte auch online abgehalten werden, sagte Antalová, die außerdem vorschlug, die Ferien im Winter aufkosten der nächsten Sommerferien um zwei Monate zu verlängern.
Schulminister Branislav Gröhling beeilte sich derweil zu versichern, keine Schule werde wegen der Energiepreise schließen müssen, da er davon ausgehe, dass das Finanzministerium die nötigen Mittel bereitstellen werde.
Aber nicht nur die Schulen stehen vor solchen Problemen, auch Krankenhäuser, Pflegeheime, Unternehmen und andere stehen Schlange, um staatliche Hilfe zu erhalten.
Das Finanzministerium hat seine Unterstützung zugesagt, auch wenn noch unklar ist, um welche Summen es geht.
Der slowakische Gasversorger SPP wies darauf hin, dass man in Rimavská Sobota und einigen anderen Gemeinden bereits vor einem künftigen drastischen Preisanstieg gewarnt und der Stadt ein Angebot gemacht habe, das von der Stadtverwaltung jedoch abgelehnt wurde.