EU-Außenminister verurteilen niederländischen Islam-Film [DE]

Die EU-Außenminister haben am Samstag (29. März 2008) mit großer Mehrheit einen umstrittenen Film verurteilt, der vom niederländischen Parlamentsabgeordneten Geert Wilders veröffentlicht worden war. Der Film zeigt den Islam als eine Religion, die zur Anwendung von Gewalt anstiftet. Allerdings verteidigten sie das Recht des Abgeordneten auf freie Meinungsäußerung.

Muslim_Veil.jpg
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Die EU-Außenminister haben am Samstag (29. März 2008) mit großer Mehrheit einen umstrittenen Film verurteilt, der vom niederländischen Parlamentsabgeordneten Geert Wilders veröffentlicht worden war. Der Film zeigt den Islam als eine Religion, die zur Anwendung von Gewalt anstiftet. Allerdings verteidigten sie das Recht des Abgeordneten auf freie Meinungsäußerung.

„Der Film setzt den Islam mit Gewalt gleich. Das weisen wir zurück“, so die Minister in einer Stellungnahme, die sie nach ihrem Treffen in Brdo, Slowenien, am 29. März 2008 herausgaben. „Das Problem ist nicht Religion, sondern der Missbrauch von Religion als Vorwand für Hass und Intoleranz“, fügten die EU-Außenminister hinzu. 

Der 15-minütige Film zeigt unter anderem Filmmaterial der terroristischen Anschläge vom 11. September, zu denen aus dem Koran zitierte Verse eingeblendet werden: Szenen, welche die Enthauptung von Geiseln zeigen oder Exekutionen von Frauen, die den Hijab tragen (bedeckt Kopf und Körper der Trägerin). 

Muslimische Organisationen verurteilten den Film als vorsätzlichen Akt der Diskriminierung von Muslimen. Der Generalsekretär der Organisation der islamischen Konferenz, Ekmeleddin Ihsanoglu, sagte, das Filmmaterial sei erstellt worden, um Unruhe und Intoleranz heraufzubeschwören.

In ähnlicher Weise verurteilten die EU-Außenminister den Inhalt des Films, verteidigten aber kurz darauf das Recht Geert Wilders, ihn zu produzieren: Die Produktion dieses Films falle in die Ausübung der Rechte, die alle Bürger hätten, betonten sie.

Ebenso verteidigte der Europarat Wilders Meinungsfreiheit, wenn in diesem Fall auch mit Enttäuschung und Sorge. Die Veröffentlichung dieses Films sei ein trauriger Tag für die europäische Demokratie. Die Grundsätze der europäischen Demokratie würden benutzt, um intolerante und zutiefst beleidigende Vorurteile zu verbreiten, so der Generalsekretär Terry Davis.

Vielleicht erinnerten sich die EU-Außenminister an das Ausmaß der Reaktionen auf die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen von 2005, als sie betonten, dass verletzte Gefühle keine Entschuldigung für Aggression oder Drohungen seien.