EU-Behörde schlägt Alarm: Krebserregende Stoffe in Lebensmitteln

Ein neues Gutachten der EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat zehn Nitrosamine, die in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind, als krebserregend eingestuft. Die derzeitige Belastung sei für alle Altersgruppen "gesundheitsbedenklich."

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Die Bewertung, die am Dienstag (28. März) veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf das Risiko für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit sogenannten Nitrosaminen in Lebensmitteln. [<a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/sausage-dried-smoked-sausages-sliced-on-126125615" target="_blank" rel="noopener">[SHUTTERSTOCK]</a>]

Ein neues Gutachten der EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat zehn Nitrosamine, die in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind, als krebserregend eingestuft. Die derzeitige Belastung sei für alle Altersgruppen „gesundheitsbedenklich.“

Die Bewertung, die am Dienstag (28. März) veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf das Risiko für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit sogenannten Nitrosaminen in Lebensmitteln.

Diese chemischen Verbindungen entstehen bei der Zubereitung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln und sind in einer Reihe von Lebensmitteln enthalten, darunter gepökelte Fleischerzeugnisse, verarbeiteter Fisch und Bier, aber auch Milchprodukte, Sojasauce sowie fermentierte, eingelegte und gewürzte Lebensmittel.

Die wichtigste Lebensmittelgruppe, die zur Belastung mit Nitrosaminen beiträgt, sind dabei Fleisch und Fleischprodukte.

Die neue Bewertung, die im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurde, kam zu dem Schluss, dass zehn der in Lebensmitteln gefundenen Nitrosamine krebserregend sind. Nicht nur verursachen sie demnach Krebs, sie sind außerdem genotoxisch, können also das Erbgut schädigen.

„Um ein hohes Maß an Verbraucherschutz zu gewährleisten, haben wir für unsere Risikobewertung ein Worst-Case-Szenario erstellt“, erklärte Dieter Schrenk, Vorsitzender des EFSA-Gremiums für Kontaminanten in der Lebensmittelkette.

Dabei ging die Behörde davon aus, dass alle in Lebensmitteln gefundenen Nitrosamine das „gleiche Potenzial haben, beim Menschen Krebs zu verursachen, wie das schädlichste Nitrosamin, obwohl das unwahrscheinlich ist“, wie Schrenk erklärte.

Die Schlussfolgerungen seien dann gezogen worden, nachdem in Tierstudien das Auftreten von Lebertumoren bei Nagetieren als „kritischste gesundheitliche Auswirkung“ festgestellt worden sei.

Die EU-Agentur führte ihre Bewertung durch, indem sie die potenziellen Schäden durch Nitrosamine für Mensch und Tier bewertete und die Belastung der Verbraucher einschätzte.

Sie konsultierte auch externe Interessengruppen zu ihrem Entwurf, wobei die „zahlreichen“ Kommentare bei der Fertigstellung des Berichts berücksichtigt worden seien, hieß es in einer Erklärung der Organisation.

Auf dieser Grundlage sei man zu dem Schluss gekommen, dass für alle Altersgruppen der EU-Bevölkerung „das Ausmaß der Belastung durch Nitrosaminen in Lebensmitteln gesundheitlich bedenklich“ sei, so Schrenk.

In der Bewertung wird jedoch betont, dass es Wissenslücken über das Vorhandensein von Nitrosaminen in bestimmten Lebensmittelkategorien gebe und es an Daten zu einer Reihe wichtiger Lebensmittelkategorien mangle.

Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass eine ausgewogene Ernährung mit einer größeren Vielfalt an Lebensmitteln ein wichtiger Schritt sein könnte, um die Aufnahme von Nitrosaminen zu reduzieren.

Das Gutachten der EFSA wird nun an die Europäische Kommission weitergeleitet, die mit den nationalen Behörden erörtern wird, welche Maßnahmen zum Risikomanagement erforderlich sind.

Zuletzt hatte sich die Debatte über die Verwendung von Nitraten und Nitriten – die üblicherweise als Konservierungsmittel für das Pökeln von Fleisch und anderen verderblichen Produkten verwendet werden – weiter aufgeheizt.

So stellte der französische Landwirtschaftsminister Marc Fesneau am Montag (27. März) einen Aktionsplan vor, um die Verwendung dieser Konservierungsstoffe in Wurstwaren zu reduzieren.

„Zwischen 2023 und 2024 wird der maximale Nitritgehalt mehrerer Massenprodukte der Wurstwarenindustrie (gekochter Schinken, Schmalzstangen, frische Würste, trockene Würste) deutlich gesenkt“, hieß es es in einer Erklärung des französischen Landwirtschaftsministeriums. Zudem sollen „längerfristige“ Reduktionsziele festgelegt werden.

„Das Thema Nitrite ist absolut entscheidend, weil es sich auf die Ernährung der Bürger auswirkt, aber auch auf die gesellschaftliche Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Lebensmitteln“, so Fesneau in einer Erklärung.

[Bearbeitet von Gerardo Fortuna/Nathalie Weatherald]