EU beschließt Abschaffung klassischer Glühbirnen bis 2012 [DE]
Die Vertreter der EU-Länder haben gestern (8. Dezember 2008) dafür gestimmt, stromfressende Glühbirnen und ineffiziente Leuchten zwischen 2009 und 2012 schrittweise abzuschaffen. Damit sollen die Treibhausgasemissionen reduziert und die Energiesicherheit verbessert werden.
Die Vertreter der EU-Länder haben gestern (8. Dezember 2008) dafür gestimmt, stromfressende Glühbirnen und ineffiziente Leuchten zwischen 2009 und 2012 schrittweise abzuschaffen. Damit sollen die Treibhausgasemissionen reduziert und die Energiesicherheit verbessert werden.
Die Entscheidung, die von einem Ausschuss nationaler Experten getroffen wurde, bekräftigt einen Vorschlag der Europäischen Kommission, zu energieeffizienteren Leuchtmittel überzugehen. Die Kommission schätzt, dass die Haushalte in der EU dadurch ihren Stromverbrauch um 10 bis 15% senken und 50 Euro im Jahr einsparen können. Das sei eine ausgewogene, realistische Zahl.
Es bestanden Bedenken bezüglich der höheren Kosten effizienterer Lampen, allerdings wird erwartet, dass die längere Lebenszeit und Preissenkungen, die voraussichtlich resultieren, wenn die Produktion gesteigert und die Verbrauchersteuer aufgehoben wird, diese Lampen wettbewerbsfähig machen werden.
Dieser Gesetzesentwurf sei wichtig, nicht nur aufgrund der möglichen Energieeinsparungen, sondern auch aufgrund seines symbolischen Charakters in den Augen der Bürger, sagte der französische Staatssekretär für Verkehr Dominique Bussereau, der dem Treffen der europäischen Verkehrs-, Telekommunikations- und Energieminister am Montag vorsaß.
Bei der Entscheidung handelt es sich um eine Durchführungsmaßnahme im Rahmen der 2005 verabschiedeten Öko-Design-Richtlinie, die darauf abzielt, den Energieverbrauch von energiebetriebenen Konsumgütern zu reduzieren. Diese Entscheidungen würden die Führungsrolle der EU beim Übergang zu einer nachhaltigeren Zukunft im Energiebereich bekräftigen, meinte Bussereau.
Den Schlussfolgerungen zufolge, die am Montag von den Energieministern angenommen wurden, sollten diese Regeln für den Energieverbrauch und die Effizienz von Konsumgütern wie Waschmaschinen und Kühlschränken auf eine Reihe von mit Energie verbundenen Anwendungen wie der Isolierung ausgeweitet werden. Die Anforderungen an das Öko-Design von energiebetriebenen Produkten werden aktualisiert, wenn die Europaabgeordneten dem in den ersten Monaten des Jahres 2009 zustimmen. Dann werden diese Anforderungen auch auf die neuen Produktgruppen angewendet. Die Kommission hat in ihrer im Juli 2008 veröffentlichten Strategie zu nachhaltigen Verbrauchs- und Produktionsmustern, die Teil einer breiter angelegten Strategie ist, um die Produkte in der EU umweltfreundlicher zu gestalten, empfohlen, den Anwendungsbereich der Richtlinie auszuweiten.
Reichweite der Entscheidung
Die schrittweise Abschaffung betrifft nur Leuchtmittel, die in alle Richtungen gleichermaßen Licht aussenden. Außerdem sind einige Technologien ausgenommen, darunter Halogenleuchten mit speziellen Abdeckungen und Glühbirnen mit speziellen Aufgaben wie die in Verkehrsampeln oder Infrarotlampen. Damit sollte sichergestellt werden, dass die EU-Bürger Zugang zu den gewohnten Standards haben. Es soll außerdem verhindert werden, dass die EU-Bürger sich mit Lampen wieder finden, die nur mit bestimmten Glühbirnen funktionieren. .
Die neue Richtlinie verbietet also nur Glühbirnen, Thomas Edisons Erfindung, die nun, aufgrund ihres großen Energieverbrauchs, als Technologie aus dem letzten Jahrhundert angesehen wird. Die Richtlinie führt Mindeststandards für die Energieeffizienz und Funktionalität ein. Das bietet den Verbrauchern die Möglichkeit, zwischen langlebigen Kompakt-Leuchtstofflampen, die einen bis zu 75% niedrigeren Verbrauch als Glühlampen haben, oder effizienten Halogenlampen zu wählen, die bei Einsparungen zwischen 25 und 50% den Glühlampen in Bezug auf die Lichtqualität absolut gleichwertig sind.
Die Abschaffung von Glühlampen wird wahrscheinlich zu einer Auslagerung der Glühbirnen-Produktion in Drittländer führen. Schätzungen zufolge werden zwischen 2 000 und 3 000 Stellen abgebaut, insbesondere in Osteuropa, mit großen Produktionsstätten in Ungarn und Polen. Die Kommission meint allerdings, dass einige dieser Beschäftigten in die Produktion von Halogenlampen wechseln könnten. Außerdem würden die Einsparungen von fünf bis zehn Milliarden Euro bei den Stromrechnungen in den Wirtschaftskreislauf der EU zurückfließen und für neue Jobs sorgen.
Aktuell sind 85% der in europäischen Haushalten genutzten Lampen bezüglich ihres Energieverbrauchs ineffizient. Viele Länder planen, Glühbirnen zu verbieten. In den USA besteht ein Gesetzesentwurf, der eine Frist für 2014 vorsieht, in anderen Ländern wie Australien und Kuba wurde bereits über Pläne entschieden. Wenn Europa jetzt nicht handelte, würden alle Glühbirnen in der EU landen, warnte die Kommission.