EU-Energiekommissar besorgt über Ölfördermaximum [DE]

Energiekommissar Andris Piebalgs hat die Aufmerksamkeit auf das ‚übersehene’ Problem der schwindenden Ölreserven gelenkt. Diese stehen mit einer rapide steigenden und noch nie da gewesenen Weltnachfrage in Zusammenhang. Piebalgs äußerte sich hierzu im Vorfeld der Vorlage eines lang erwarteten Pakets an Gesetzesvorschlägen der Kommission für Energie und Klimawandel.

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Energiekommissar Andris Piebalgs hat die Aufmerksamkeit auf das ‚übersehene’ Problem der schwindenden Ölreserven gelenkt. Diese stehen mit einer rapide steigenden und noch nie da gewesenen Weltnachfrage in Zusammenhang. Piebalgs äußerte sich hierzu im Vorfeld der Vorlage eines lang erwarteten Pakets an Gesetzesvorschlägen der Kommission für Energie und Klimawandel.

In seiner Rede vor dem schweizerischen Energiekongress am 14. Januar 2008 warnte Piebalgs davor, dass die weltweite Energienachfrage sich erwartungsgemäß bis zum Jahr 2030 verdoppeln werde. Piebalgs stellte die Frage, ob die Ölförderung mit der Nachfrage innerhalb dieser Periode „mithalten“ könne.

Am 23. Januar 2008 wird die Kommission eine Reihe von Vorschlägen vorlegen, die der EU dabei helfen sollen, ihre Verpflichtung zu einer Reduktion der CO2-Emissionen um 20% bis 2020 zu verwirklichen. Piebalgs argumentierte, während es wichtig sei, dem Problem Klimawandel zu begegnen, sollten Politiker die Sicherung der Versorgung mit fossilen Brennstoffen nicht aus den Augen verlieren.

Die doppelte Herausforderung des Klimawandels und der Versorgungssicherheit führe zu dem Schluss, dass die EU nicht an ihrem „alten, fossilen Energiesystem“ festhalten könne, so Piebalgs weiter.

Er verwies auf unterschiedliche Prognosen über den genauen Zeitpunkt, wann der Höchststand der Ölproduktion erreicht sei. Laut einiger Experten werde dies in 20 Jahren soweit sein, andere sind der Meinung, die Welt habe die maximale Produktion bereits erreicht.

Indem er die Ernsthaftigkeit des Problems hervorhob, führte Piebalgs an, dass die Ölkrise der 1970er Jahre eine Diskrepanz zwischen Ölversorgung und -nachfrage darstellte, die lediglich fünf Prozent betrug. In einem Szenario für die Zeit, nachdem das Ölfördermaximum erreicht wurde, würde die Kluft zwischen Versorgungskapazität und Nachfrage um jährlich vier Prozent steigen, was innerhalb von fünf Jahren zu einer 20-prozentigen Kluft führen würde.

Während der Kommissar die Namen der Experten oder Organisationen, auf die er sich bezog, nicht nannte, sind eine Reihe von Studien zu diesem Thema erschienen, unter anderem auch von der Internationalen Energie-Agentur, IEA (siehe unser LinksDossier über Peak Oil – Ölfördermaximum).

Bis heute hat die Kommission sich noch nicht umfassend mit dem Ölfördermaximum befasst, zumindest nicht in öffentlichen Foren. Es ist unklar, ob Piebalgs Rede als ein Zeichen gewertet werden kann, dass die EU-Exekutive vorhat, der Angelegenheit mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Ölindustrie scheint über die Frage der Ölreserven gespalten zu sein. Einige Unternehmen, wie Chevron, rufen Werbekampagnen ins Leben, um ein Bewusstsein für mögliche Engpässe zu schaffen. Andere wiederum, wie BP, argumentieren, dass Bedenken über Ölknappheit ‚unsinnig’ seien (siehe EURACTIV vom 21. Juli 2007).