EU-Handelskammer: Europäische Firmen lokalisieren zunehmen ihre Aktivitäten in China

Eine Umfrage der EU-Handelskammer in China zeigt, dass europäische Unternehmen zunehmend gezwungen sind, ihre Aktivitäten in China von internationalen Partnern abzuschotten. Andernfalls würden die Unternehmen fürchten, ihren Marktzugang zu verlieren.

EURACTIV.com
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Laut der Handelskammer, die etwa 1.700 EU-Unternehmen vertritt, sei Beijings Politik der Hauptgrund für die Isolierung. [EPA-EFE/Jessica Lee]

Eine Umfrage der EU-Handelskammer in China zeigt, dass europäische Unternehmen zunehmend gezwungen sind, ihre Aktivitäten in China von internationalen Partnern abzuschotten. Andernfalls würden die Unternehmen fürchten, ihren Marktzugang zu verlieren.

Die EU-Handelskammer in China berichtete am Donnerstag, dass die lokale Isolierung des Datenmanagements, der Personalabteilung und der Forschung von Tochtergesellschaften in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt die globale Wettbewerbsfähigkeit von EU-Unternehmen beeinträchtigt – zum Vorteil ihrer chinesischen Konkurrenten.

Die Abschottung werde als „Kompromiss“ für in China tätige Unternehmen betrachtet, so der Bericht. Einerseits isoliert es die Tochtergesellschaften vor „externen Risiken“ wie Unterbrechungen der globalen Lieferkette, andererseits geht dies „zu Lasten höherer Kosten, doppelter Abläufe, Ineffizienz und geringerer Innovation“.

Laut der Handelskammer, die etwa 1.700 EU-Unternehmen vertritt, sei Beijings Politik der Hauptgrund für die Isolierung. Die chinesische Regierung ermutige die Unternehmen dazu, eine „umfassende Lokalisierung“ vorzunehmen, um Strafen zu vermeiden, sowie den Marktzugang zu garantieren und die Berechtigung für öffentliche Aufträge zu gewährleisten.

Das Konzept unterstütze auch Chinas breiteres strategisches Ziel der „technologischen Unabhängigkeit“. Gleichzeitig werde sichergestellt, dass ausländische Unternehmen von der Zentralregierung „kontrollierbar“ bleiben.

Die „anhaltende Eskalation der Handelsspannungen“ zwischen Brüssel und Beijing sei für EU-Firmen ebenfalls ein Anreiz, die Produktion zu lokalisieren, um die „operative Belastbarkeit“ zu gewährleisten, so der Bericht.

„Langfristig besteht die Gefahr, dass die Abkapslung die Deglobalisierung beschleunigt, da die Unternehmen nicht in der Lage sind, einen nahtlosen und flüssigen Austausch zwischen den großen Volkswirtschaften aufrechtzuerhalten“, erklärte die Kammer. Sie fügte hinzu, dass dieser Trend wahrscheinlich dem globalen Wirtschafts- und Produktivitätswachstum schaden würde.

Die Handelsspannungen zwischen China und der EU haben in letzter Zeit zugenommen. Brüssel verhängte nach einer langwierigen Untersuchung von Subventionen Ende letzten Jahres Strafzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge. Im Gegenzug führte Beijing Zölle auf Brandy-Exporte aus der EU ein.

Die Veröffentlichung des Berichts der Handelskammer erfolgt zudem inmitten von Spannungen über Chinas zunehmend enge Beziehungen zu Russland nach der umfassenden Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 und über den Status von Taiwan, einer de facto autonomen Insel, die Beijing als Teil seines Territoriums betrachtet.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich all diese Spannungen bald legen werden. Dies gilt insbesondere angesichts der Zusage des designierten Präsidenten Donald Trump, hohe Zölle auf alle US-Importe zu erheben, was die Befürchtung aufkommen lässt, dass chinesische Exporte umgeleitet und auf europäischen Märkten „abgeladen“ werden könnten.

Der Sprecher der EU-Kommission, Olof Gill, gab am Donnerstag an, dass er zwar nicht „vollständig auf dem Laufenden“ über den Bericht sei, dieser jedoch mit dem Feedback der EU-Kommission aus der Kammer in den letzten Jahren „übereinstimmt“.

Er fügte hinzu, dass Beamte der EU-Kommission, darunter auch Präsidentin Ursula von der Leyen, ihren chinesischen Amtskollegen bereits „sehr deutlich gemacht“ hätten, dass sich das Geschäftsumfeld „verschlechtere“ und dass Handel und Investitionen „problematischer“ würden.

[Bearbeitet von Martina Monti/Kjeld Neubert]