EU-Kommissar: Italien hat für Ukraine-Hilfe "alle Trümpfe in der Hand"

Italien spiele eine Schlüsselrolle bei den gemeinsamen Bemühungen der EU, Munition für die Ukraine zu produzieren, betonte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton bei einem Treffen mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Donnerstag in Rom.

EURACTIV.it
Giorgia Meloni meets Thierry Breton in Rome
Breton war in Italien, um sich im Rahmen seiner Reise durch die EU-Verteidigungsindustrie mit Regierungsvertretern und Herstellern der Verteidigungsindustrie zu treffen. [EPA-EFE/FILIPPO ATTILI HANDOUT +++ ANSA PROVIDES ACCESS TO THIS HANDOUT PHOTO TO BE USED SOLELY TO ILLUSTRATE NEWS REPORTING OR COMMENTARY ON THE FACTS OR EVENTS DEPICTED IN THIS IMAGE; NO ARCHIVING; NO LICENSING +++ HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES]

Italien spiele eine Schlüsselrolle bei den gemeinsamen Bemühungen der EU, Munition für die Ukraine zu produzieren, betonte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton bei einem Treffen mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Donnerstag in Rom.

Breton besuchte Italien, um sich im Rahmen seiner Reise zu verschiedenen Standorten der EU-Verteidigungsindustrie mit Regierungsvertretern und Rüstungsherstellern zu treffen.

Er traf unter anderem mit Meloni und Verteidigungsminister Guido Crosetto zusammen, um über die europäische Verteidigung und die Unterstützung für die Ukraine zu sprechen, insbesondere in Sachen Munition.

„Die europäische Verteidigungsindustrie befindet sich in einem kriegswirtschaftlichen Zustand, und wir müssen sie unterstützen. Für die Sicherheit der Ukraine und Europas“, betonte Breton.

Der EU-Kommissar bezeichnete Italien als Schlüsselland für die kollektiven Bemühungen der EU, Munition „für die Sicherheit der Ukraine und Europas“ zu produzieren, unter anderem wegen der „langen Tradition der italienischen Waffenproduktion.“

„Italien hat alle Trümpfe in der Hand, um in vollem Umfang zur Stärkung der Produktionskapazitäten der EU in diesem Bereich beizutragen“, so Breton. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, eine Produktionsrate von einer Million Stück pro Jahr zu erreichen.

„Gemeinsam schmieden wir ein stärkeres und widerstandsfähigeres Europa“, betonte der EU-Kommissar.

Während der Gespräche zwischen Breton und Crosetto am Mittwoch sprachen die beiden über die Europäische Friedensfazilität, die sich laut einer Mitteilung es Verteidigungsministers als „wertvolles Finanzinstrument“ erweisen werde, um den Ländern, die die Ukraine in diesen Kriegsmonaten mit ziviler und militärischer Ausrüstung unterstützt haben, finanziell unter die Arme zu greifen.

In einem auf Twitter veröffentlichten Video gab Breton weitere Einzelheiten über das Treffen mit Crosetto bekannt.

„Wir haben über den europäischen Mobilisierungsplan gesprochen, um unsere Kapazitäten zur Herstellung europäischer Verteidigungsgüter, insbesondere von Munition, schnell zu erhöhen. Italien hat eine extrem starke industrielle Basis im Verteidigungsbereich“, sagte Breton.

Die Gespräche seien „eine Gelegenheit, die Bedeutung Italiens als absolut relevantes Mitglied der Europäischen Union zu bekräftigen“, eklärte Crosetto.

Der Minister fügte hinzu, die EU habe Einigkeit bewiesen, indem sie sich „schnell an den neuen internationalen Kontext angepasst und konkrete Schritte zur Umsetzung einer gemeinsamen Vision in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung unternommen“ habe. Ein Beispiel dafür sei die militärische Unterstützungsmission für die Ukraine (EUMAM) zur Ausbildung von ukrainischem Militärpersonal auf europäischem Boden.

Vor seinem Treffen mit Meloni besuchte Breton zwei große Rüstungsbetriebe und Vertreter der Hersteller, um den Bedarf der Verteidigungsindustrie zu ermitteln, damit die EU maßgeschneiderte Unterstützung leisten kann, möglicherweise durch EU-Mittel.

In den kommenden Wochen will der Kommissar den Dialog mit der EU-Verteidigungsindustrie fortsetzen und Industrieanlagen besuchen.