EU-Menschenrechtspreis für inhaftierte Journalisten aus Belarus und Georgien
Der Preis wird seit 1988 vergeben und zeichnet Personen, Gruppen oder Organisationen aus, die sich in besonderer Weise für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit weltweit einsetzen.
Das Europäisches Parlament hat seinen diesjährigen Sacharow-Preis für geistige Freiheit an die inhaftierten Journalisten Andrzej Poczobut, Angehöriger der polnischen Minderheit in Belarus, und Mzia Amaglobeli aus Georgien verliehen.
„Wir ehren zwei Journalisten, deren Mut wie ein Leuchtfeuer für all jene steht, die sich nicht zum Schweigen bringen lassen. Beide haben einen hohen Preis dafür bezahlt, die Wahrheit gegenüber der Macht auszusprechen, und sind zu Symbolen des Kampfes für Freiheit und Demokratie geworden“, sagte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola am Mittwoch in Straßburg.
Der Preis wird seit 1988 vergeben und zeichnet Personen, Gruppen oder Organisationen aus, die sich in besonderer Weise für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit weltweit einsetzen. Er ist mit 50.000 Euro dotiert und wird gegen Jahresende offiziell überreicht.
Die Preisträger wurden von der Konferenz der Präsidenten ausgewählt – einem Gremium unter Vorsitz der Parlamentspräsidentin, dem die Vorsitzenden aller Fraktionen angehören.
Zu den Zweitplatzierten gehören Journalisten und humanitäre Helfer in Palästina (nominiert von den Sozialdemokraten) sowie serbische Studierendenproteste (unterstützt von der liberalen Fraktion Renew).
Unter den ursprünglichen – später abgelehnten – Nominierungen befand sich auch der rechtskonservative US-Aktivist Charlie Kirk, der im September ermordet wurde.
Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Preisträger von 2025 trat die belarussische Oppositionsführerin Sviatlana Tsikhanouskaya, selbst Sacharow-Preisträgerin des Jahres 2020, in Straßburg vor das Plenum.
„Die Verleihung des Sacharow-Preises an Andrzej und Mzia Amaglobeli aus Georgien sendet ein starkes Signal an alle politischen Gefangenen: Ihr seid nicht allein – und Journalismus ist kein Verbrechen“, sagte Tsikhanouskaya.
(jl)