EU plant Start des European Space Shield im Jahr 2026
Das Ziel ist, die Fähigkeiten der Mitgliedstaaten zum Schutz ihrer Weltrauminfrastruktur auszubauen – darunter Satelliten, die Kommunikation, Erdbeobachtung und Navigation ermöglichen.
Die Europäische Kommission plant, ihr neues Raumverteidigungsprogramm Space Shield zur Satellitenabwehr in der zweiten Jahreshälfte 2026 offiziell zu starten. Ziel ist es, Raumfahrtsysteme in der Erdumlaufbahn zu schützen, die der EU zentrale Fähigkeiten in den Bereichen Erdbeobachtung, Kommunikation und Navigation bereitstellen.
Der sogenannte European Space Shield soll laut einer am Donnerstag veröffentlichten Defence Readiness Roadmap, die bis 2030 gilt, den Schutz von „Weltraumressourcen und -diensten“ über nationale und kommerzielle Satelliten sicherstellen.
Die EU-Staats- und Regierungschefs sollen den Space Shield-Plan – dessen Entwicklung voraussichtlich mehrere Milliarden Euro kosten und Jahre dauern wird – noch vor Jahresende formell billigen. Dies soll geschehen, bevor bestehende EU-Förderprogramme neu priorisiert werden.
„Vorgesehen ist der Aufbau und Schutz eines umfassenden europäischen Systems von Weltraumkapazitäten für Verteidigungszwecke, das auf den EU-Raumsystemen und bestehenden nationalen Fähigkeiten aufbaut“, heißt es in der Verteidigungsstrategie.
Die Ankündigungen erfolgen vor dem Hintergrund einer Reihe mutmaßlicher russischer Drohnenüberflüge über europäischem Luftraum, darunter Sichtungen unbekannter Flugobjekte, die Flughäfen gestört haben. Der Kreml dementiert eine Beteiligung.
Die Roadmap bezeichnet den Space Shield zudem als „Schlüsselelement“ zur Sicherung des „Schutzes und der Resilienz von Weltraumressourcen und -diensten gegen wachsende Bedrohungen“.
Das Satellitenverteidigungsnetzwerk soll sich auf Bedrohungen wie Jamming (Störsignale) und Spoofing (Manipulation von Satellitensignalen) sowie auf „Operationen und Dienste im All“ konzentrieren. Laut Zeitplan soll der operative Start des Space Shield im zweiten Quartal 2026 erfolgen.
Neben nationalen Satelliten betreibt die EU das Navigationssystem Galileo sowie das Erdbeobachtungsnetz Copernicus. Zudem wird ein neues Kommunikationsnetzwerk entwickelt – IRIS² –, das als europäische Alternative zu Elon Musks Starlink dienen und in den 2030er Jahren voll einsatzbereit sein soll.
Die Kommission plant, die Ausgaben für Verteidigung und Raumfahrt im kommenden mehrjährigen Finanzrahmen 2028 bis 2034 deutlich aufzustocken. Insgesamt sind dafür 131 Milliarden Euro vorgesehen.
Auch die Europäische Weltraumorganisation wird ihren nächsten Mehrjahreshaushalt bei einem Treffen in Bremen Ende November beschließen.
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(jp, nl)