EU-Umweltbericht: Lebensräume für viele Arten sind gefährdet
Der Bericht zum Zustand der Natur in der EU stellt fest: Rund die Hälfte aller Wildvögel haben einen "sicheren Erhaltungszustand" – die EU-Programme zu ihrem Schutz scheinen zu funktionieren. Doch die Bilanz des Berichts ist gemischt. EURACTIV Brüssel berichtet.
Der Bericht zum Zustand der Natur in der EU stellt fest: Rund die Hälfte aller Wildvögel haben einen „sicheren Erhaltungszustand“ – die EU-Programme zu ihrem Schutz scheinen zu funktionieren. Doch die Bilanz des Berichts ist gemischt. EURACTIV Brüssel berichtet.
Der Bericht zum Zustand der Natur in der Europäischen Union für den Zeitraum 2007-2012 stellt eine Gefährdung von 17 Prozent der Vogelarten, darunter einiger Greifvögel fest. Weitere 15 Prozent sind potenziell gefährdet oder ihr Bestand nimmt ab. Dazu gehören auch verbreitete Vogelarten wie die Feldlerche.
Es ist die bisher ausführlichste Bewertung des Zustandes der Natur, durchgeführt von Forschern der Europäischen Umweltbehörde. Demnach ist der Zustand der Lebensräume noch besorgniserregender als der der Arten. Ein Großteil weist einen ungünstigen Erhaltungszustand auf.
Dem Bericht zufolge ist der Zustand der Lebensräume im Grünland, in Feuchtgebieten und in Dünen besonders alarmierend. Das sei auf landwirtschaftliche Praktiken wie Überweidung, Aufgabe von Weidewirtschaftssystemen, Düngen und Pestizide zurückzuführen.
Die Forschung zeige, dass die Bemühungen zur Verbesserung sensibler Ökosysteme sehr wirksam sein können, sagte der Kommissar für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei, Karmenu Vella. „Zudem wird in diesem Bericht auch das Ausmaß der noch vor uns liegenden Herausforderungen hervorgehoben“.
„Gezielte Erhaltungsmaßnahmen haben zwar zu Erfolgen geführt, aber es sind noch viel größere Anstrengungen erforderlich, um die Situation deutlich zu verbessern“, so die Kommission in einer Mitteilung zu dem Bericht.
Unter den Vögeln, die von gezielten Erhaltungsmaßnahmen profitieren, sind nach Angaben des Berichts Bartgeier und Weißkopfruderenten. Ihre Zahlen seien deutlich gestiegen.
Umweltgruppen zufolge zeige der Bericht die Notwendigkeit für strenge EU-Gesetze zum Umweltschutz. Die politischen Entscheider sollten sich nicht von Argumenten der Europaskeptiker gegen die Einmischung Brüssels ablenken lassen.
„Eine blühende Natur ist entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden von allen, die EU wäre also töricht, den Naturschutz im Namen des Bürokratieabbaus zu untergraben“, sagt Robbie Blake von Friends of the Earth.
Die am Dienstag angekündigte Politik der „besseren Regulierung“ der Kommission sieht sich Vorfwürfen ausgesetzt, wonach sie Umweltstandards senken wird. Der erste Vizepräsident der Kommission, Frans Timmermans, wies das zurück.
Umweltaktivisten erhoffen sich einen großen Beitrag des Berichts zur derzeitigen Bewertung der EU-Vögel – und Habitatsrichtlinie. Die Kommission führt sie durch, um zu entscheiden, ob die Richtlinie noch angemessen und zweckdienlich ist.