EU zweifelt an Alternativen zum Öl [DE]

Biokraftstoffe, Erdgas, Wasserstoff…keine dieser Alternativen kann derzeit das Öl ersetzen, das für Fahrzeuge benötigt wird, stellt die Kommission fest. Es fehle eine Vision, die auch von Fahrzeug- und Ölindustrie unterstützt werde.

Biokraftstoffe, Erdgas, Wasserstoff…keine dieser Alternativen kann derzeit das Öl ersetzen, das für Fahrzeuge benötigt wird, stellt die Kommission fest. Es fehle eine Vision, die auch von Fahrzeug- und Ölindustrie unterstützt werde.

Es würden dringend Alternativen für den Ersatz von Öl im Vergehr benötigt, leider fehle es jedoch noch an einer langfristigen Vision darüber, welche Technologie hierfür am besten geeignet sei, sagte Fabrizio Barbaso, stellvertretender Generaldirektor bei der Kommissionsabteilung für Verkehr und Energie.

Auf einer Konferenz in Brüssel zum Thema „Future energy sources for transport“, deutete Barbaso an, dass die Kommission drei Energiequellen  für diese Aufgabe ins Auge fasse  – nämlich Biokraftstoffe, Erdgas sowie Wasserstoff.

Allerdings räumte er ein, dass man bei allen drei Alternativen immer noch vor „enormen technologischen Herausforderungen“ stehe, die erst seit kurzer Zeit angegangen würden, unter anderem durch gemeinsame EU-Forschungsbemühungen wie die technologischen Kompetenzzentren (über Biokraftstoffe, Wasserstoff usw.).  Erdgas werde von der Automobil- oder Ölindustrie zurzeit kaum unterstützt, was bedeuten würde, dass diese Technologie stark subventioniert werden müsste, um dem Wettbewerb als Substitut für Öl standhalten zu können.

Bisher habe man sich noch nicht auf bestimmte politische Maßnahmen einigen können, die von allen Mitgliedstaaten unterstützt würden, sagte Barbaso.  Daher werde die Kommission Energieeffizienz als eine ihrer „obersten Prioritäten“ ansehen – zumindest bis in diesem Bereich Fortschritte gemacht würden.

Am 22. Juni stellt die Kommission eine Überarbeitung der langfristigen Strategie für Verkehr (Weißbuch) vor.  Dieses neue Dokument, welches EURACTIV vorliegt, enthält erstmals ein Kapitel über Energie und empfiehlt Maßnahmen zur Reduktion des Kraftstoffverbrauchs, zur Unterstützung der Forschung und Markteinführung ausgereifter neuer Technologien durch das Festlegen von Standards und Rechtsvorschriften (ähnlich wie bei den Euro-5-Emissionsvorschriften).

In dem Dokument wird allerdings auch zur Kenntnis genommen, dass die Staats- und Regierungschefs der EU sich noch über viele dieser Maßnahmen einigen müssen – insbesondere über eine Europäische Energiepolitik, welche noch in den Kindesschuhen  steckt.