Europa hofft auf Veränderung nach US-Wahlen [DE]
Die Ergebnisse der Vorwahlen vom „Super-Dienstag“ in den USA werden in Kürze feststehen. Unterdessen hoffen viele Politiker und Regierungen in Europa – nach der achtjährigen Bush-Administration – auf einen grundlegenden Wandel in der amerikanischen Politik.
Die Ergebnisse der Vorwahlen vom „Super-Dienstag“ in den USA werden in Kürze feststehen. Unterdessen hoffen viele Politiker und Regierungen in Europa – nach der achtjährigen Bush-Administration – auf einen grundlegenden Wandel in der amerikanischen Politik.
Auch wenn man noch weit davon entfernt ist, zu wissen, wer im nächsten Jahr um diese Zeit im Weißen Haus sitzen wird, erhoffen sich die europäischen Politiker nach Jahren der Frustration über die Außenpolitik von Präsident George W. Bush einen Wandel in der politischen Ausrichtung.
Im Rennen um den demokratischen Kandidaten stehen Barack Obama – der charismatische Senator aus Illinois, der der erste schwarze amerikanische Präsident werden möchte – und Hillary Clinton – ehemalige First Lady, die ebenfalls beabsichtigt Geschichte zu schreiben, indem sie die erste Frau im höchsten Amt wird. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen, da beide Kandidaten eine Großzahl an Delegierten für sich entscheiden konnten.
Bisher sieht es so aus, als konnte Obama 13 und Clinton acht Staaten für sich gewinnen. Clinton hatte dabei allerdings die wichtigen Staaten – Kalifornien und New York – auf ihrer Seite. Beide Staaten entsenden die meisten Delegierten, was Clinton ermöglichen könnte, einen Vorsprung herauszuarbeiten.
Aus dem republikanischen Rennen ist bisher der Senator aus Arizona, John McCain, als klarer Spitzenkandidat hervorgegangen. Er hat mindestens neun Staaten gewonnen. Er konnte seine Rivalen Mitt Romney und Mike Huckabee jedoch nicht aus dem Rennen werfen. Die Wahlen erweisen sich als die engsten und spannendsten Wahlen, die Europa seit langer Zeit verfolgen durfte.
Nach den Kriegen in Afghanistan und im Irak und nach dem Versagen der USA, sich zu mutigen Klimamaßnahmen zu verpflichten (EURACTIV vom 16. Juni 2007), hoffen die Europäer auf einen Neubeginn. Der ‚alte Kontinent’ erweist weithin den demokratischen Kandidaten seine Unterstützung. Die Berichterstattung der Medien konzentriert sich hauptsächlich auf das Rennen zwischen Obama und Clinton.
Die größte Hoffnung ist, dass das neue amerikanische Staatsoberhaupt die US-Außenpolitik in eine eher mulitlaterale Richtung lenken wird. Dies sollte auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Europa auf politischer, militärischer und umweltpolitischer Ebene beinhalten.
Die meisten Beobachter weisen jedoch darauf hin, welcher Kandidaten auch immer ins Weiße Haus einziehen werde, ein grundlegender Wandel der amerikanischen Außenpolitik sei unwahrscheinlich und das Interesse am EU-Projekt werde weiterhin im Hintergrund stehen.