Europa Kompakt: EU-Gelder erhöhen die Ungleichheit
Forscher schlagen Alarm: Während EU-Mittel zwar erfolgreich darin seien, Unterschiede zwischen Regionen abzubauen, würden sie innerhalb der geförderten Regionen die Ungleichheit sogar erhöhen.
Wenn es um Einkommen und Wirtschaftskraft geht, klaffen riesige Unterschiede in Europa. Dem reichen Norden und Westen steht ein deutlich ärmerer Osten und Süden gegenüber.
Diese Unterschiede abzubauen, ist eines der vertraglich festgeschriebenen Ziele der EU.
Das zentrale Mittel dafür sind die Gelder des EU-Kohäsionsfonds. Etwa 60 Milliarden stehen dafür allein dieses Jahr zur Verfügung.
Gelder zum Abbau regionaler Unterschiede sind der größte Batzen im EU-Haushalt, sogar noch vor den Milliardensubventionen für die Landwirtschaft.
Doch nun schlagen Forscher Alarm: Während die Mittel zwar erfolgreich darin wären, Unterschiede zwischen den Regionen abzubauen, würden sie innerhalb der geförderten Regionen die Ungleichheit sogar erhöhen.
„Die Kohäsionspolitik erreicht die Ärmsten in den europäischen Regionen nicht“, sagte Valentin Lang von der Universität Mannheim gegenüber EURACTIV.
So würden Mittel des EU-Kohäsionsfonds vor allem dazu beitragen, das Einkommen von Hochqualifizierten und Besserverdienern noch stärker zu erhöhen. Die Auswirkungen für ärmere Haushalte seien dagegen nahezu null.
Die Forscher schlagen daher eine „radikale Reform“ der EU-Gelder vor: Statt Regionen sollten künftig Menschen direkt unterstützt werden. So könnten dann wirklich die ärmsten Privathaushalte in der EU erreicht werden.
Unseren Artikel zum Thema lesen sie hier.
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