Europa Kompakt: EU-Rechtsbruch wird belohnt?

Als übers Wochenende mehrere EU-Staaten einen Importstopp von ukrainischem Getreide verkündeten, zeigte sich die Europäische Kommission noch kämpferisch. Inzwischen hat sie allerdings eine 180-Grad-Wende hingelegt.

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Als übers Wochenende mehrere EU-Staaten einen Importstopp von ukrainischem Getreide verkündeten, zeigte sich die Europäische Kommission noch kämpferisch. Die Maßnahmen seien “nicht akzeptabel” sagte eine Sprecherin der Kommission und verwies auf die Zuständigkeit der EU bei Handelsfragen.

Inzwischen hat die Kommission allerdings eine 180-Grad-Wende hingelegt. Die fünf Nachbarstaaten der Ukraine sollen jetzt insgesamt 100 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln erhalten, um die Landwirte vor Ort zu entlasten. Durch den Import von massenhaft ukrainischem Weizen wurden die Preise nämlich deutlich gedrückt, was zu regem Widerstand unter den Landwirten führte.

Aus Kommissionskreisen heißt es, man habe die Unterstützungsmaßnahme getroffen, um gerade die Länder zu entlasten, die der Ukraine am meisten helfen.

Ob es allerdings zielführend ist, nationale Alleingänge mit zusätzlichen Mittel zu belohnen, ist fraglich. Denn dadurch nimmt man die EU-Staaten nicht nur aus der Verantwortung, sondern signalisiert auch, dass solche Alleingänge nicht nur funktionieren, sondern sogar belohnt werden.

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EU-Parlament stimmt deutlich für entwaldungsfreie Lieferketten. Unternehmen, die Soja, Palmöl und Rindfleisch importieren, müssen in Zukunft garantieren, dass für Produkte, die in der EU verkauft werden, Wälder weder abgeholzt noch geschädigt wurden, so will es das EU-Parlament. Mit mehr als 550 Ja-Stimmen wurde die Verordnung am Mittwoch in Straßburg angenommen, in 18 Monaten muss die EU-Kommission Länder nach Entwaldungs-Risiko einstufen. Je größer das Risiko, desto schärfer müssen Unternehmen kontrollieren und werden auch kontrolliert.

Digitales

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Agenda

  • EU: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nimmt per Videokonferenz am Major Economies Forum on Energy and Climate teil, das von US-Präsident Joe Biden ausgerichtet wird;
  • Vizepräsidentin Vĕra Jourová trifft den Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Asad Ahmad Khan, und spricht bei einem Rundtischgespräch mit den Medien und NROs;
  • Vizepräsident Maroš Šefčovič empfängt den Ersten Vizepräsidenten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Jurgen Rigterink;
  • Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis empfängt den Präsidenten von SME United, Crafts and SMEs in Europe Petri Salminen;
  • Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni nimmt an der Unterzeichnung der InvestEU-Garantievereinbarung mit der Bank Gospodarstwa Krajowego (BGK) teil;
  • Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nimmt an einem Meinungsaustausch mit dem Unterausschuss für öffentliche Gesundheit des Europäischen Parlaments teil;
  • Das Plenum des Europäischen Parlaments stimmt über EU-Vorschriften zur Regulierung von Krypto-Vermögenswerten ab;
  • EGMR: Urteil in einem zwischenstaatlichen Verfahren zwischen Georgien und Russland, das von Georgien 2018 angestrengt wurde;
  • Österreich: Nordmazedoniens Premierminister Dimitar Kowaschewski zu offiziellem Besuch;
  • Belgien: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg trifft sich mit dem tschechischen Präsidenten Petr Pavel;
  • Ungarn: Offizieller Besuch der französischen Staatssekretärin für Europa Laurence Boone;
  • Türkei: Startveranstaltung für Gaslieferungen aus dem neu entdeckten Schwarzmeerfeld