Europäischer Forschungsraum in greifbarer Nähe? [DE]

Derzeit ist die europäische Forschung darauf ausgerichtet, neue Technologien zu entwickeln und Lösungen für die großen sozioökonomischen Herausforderungen, denen Europa gegenübersteht, zu finden.

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Derzeit ist die europäische Forschung darauf ausgerichtet, neue Technologien zu entwickeln und Lösungen für die großen sozioökonomischen Herausforderungen, denen Europa gegenübersteht, zu finden.

Wirtschaftswachstum ist zunehmend von Forschung abhängig und viele der heutigen und künftigen Herausforderungen, wie Klimawandel oder zunehmender Energieverbrauch, können nicht  länger auf nationaler Ebene bewältigt werden. Im Jahre 2000 haben sich die europäischen Staats- und Regierungschefs in Lissabon darauf geeinigt, verstärkt auf Forschung zu setzen und die Schaffung eines Europäischen Forschungsraumes anzustreben.

Der Europäische Forschungsraum ist eine Vision für die Zukunft der Forschung in Europa, die auf einem Binnenmarkt für Wissenschaft und Technologie aufbaut, der darauf abzielt, wissenschaftliche Erstklassigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation durch bessere Zusammenarbeit und Koordination zwischen allen relevanten Akteuren auf allen Ebenen zu fördern. Die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums beabsichtigt, die freie Bewegung europäischer Forscher, Ideen und Technologien zu fördern, die Zersplitterung in der europäischen Forschung zu überwinden, nationale und europäische Programme und Politiken zu koordinieren und die Duplizierung von Ressourcen und Bemühungen zu vermeiden.

Auch im Zusammenhang mit dem EFR steht das Ziel, auf das sich die europäischen Staats- und Regierungschefs 2002 in Barcelona geeinigt haben, die Forschungsausgaben bis 2010 auf mindestens 3% des BIP anzuheben. Zwei Drittel dieser Mittel sollen planmäßig aus der Privatwirtschaft stammen. Die nachweislich positive Korrelation zwischen Forschungsausgaben und Wettbewerbsfähigkeit und die Tatsache, dass die EU in beiden Bereichen hinter den USA zurücklag, hat die Staats- und Regierungschefs zu diesem Schritt bewegt.

Dennoch zeigen Zahlen von Eurostat, dass die durchschnittlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der EU-25 seit einem Jahrzehnt stagnieren, und lediglich ein geringer Anstieg von 0,3% zu verzeichnen ist (1995: 1,82%, 2005: 1,85%). Nur Schweden und Finnland übertreffen das Barcelona-Ziel mit jeweils 3,86% und 3,48%.

Insgesamt wurden 2005 200 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Deutschland (das die höchsten Ausgaben hatte), Frankreich und Großbritannien machten insgesamt zwei Drittel dieser Ausgaben aus – jeweils 55 Mrd. Euro, 35 Mrd. Euro und 30 Mrd. Euro. 

Nach den Regeln des Subsidiaritätsprinzips sollten die EU-finanzierten Forschungsprogramme auf Maßnahmen fokussieren, die zu groß und/oder zu komplex für ein einzelnes Land sind, wie Forschungsinfrastrukturen für Energie oder Astronomie.

Die Forschungsprogramme sind jedoch auch darauf ausgerichtet, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungszentren und Universitäten innerhalb der EU mit Drittstaaten oder mit internationalen Organisationen zu fördern. Gemeinsame Forschungsprojekte fördern ebenfalls die Weiterbildung und den Austausch zwischen Wissenschaftlern und erleichtern gemeinsame Forschungsvorhaben zwischen Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstitutionen innerhalb Europas.

Die Anzahl der Forschungsinstrumente ist seit 2000 stark angestiegen: Statt kleiner Projektkonsortien gibt es mittlerweile häufiger große so genannte Exzellenz-Netzwerke, integrierte Projekte, Technologieplattformen und, seit kurzem, gemeinsame Technologieinitiativen. Statt lediglich europäische Zusammenarbeit mit kurzfristigen Projekten zu fördern, die keine weitreichenden Ergebnisse nach sich ziehen, ist das Ziel mittlerweile, groß angelegte Maßnahmen und Projekte zu fördern, die auch nach Ende der EU-Förderung weiter laufen werden.