Euroskeptiker gewinnen in sozialen Medien an Popularität [DE]

Die Europäische Union müsse ihre Kommunikationsstrategie drastisch verbessern, wenn es die Euroskepsis bezwingen will, brachte eine von der Konrad Adenauer Stiftung veranstaltete Expertentagung gestern (27. April 2009) hervor. 

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Die Europäische Union müsse ihre Kommunikationsstrategie drastisch verbessern, wenn es die Euroskepsis bezwingen will, brachte eine von der Konrad Adenauer Stiftung veranstaltete Expertentagung gestern (27. April 2009) hervor. 

Ein Viertel der deutschen denke nicht, dass Deutschland von der Mitgliedschaft in der EU profitiere, erklärte der Berater der Europäischen Kommission, Jonas Condomines Béraud der Versammlung, während 33 Prozent der Wähler stark gegen die EU seien.

Michael Hager, ein Beamter im Kabinett der Kommission der Vizepräsidentin Margot Wallström, sprach aus eigener Erfahrung und sagte, dass obwohl die Euroskeptiker nur begrenzte Ressourcen hätten, sie über kreative Köpfe verfügten, die versuchten die neuen Medien zur Verbreitung ihrer Meinungen zu gebrauchen.  

Hager bemerkte den Erfolg der Rede des konservativen Europaabgeordneten Daniel Hannan im Europaparlament auf YouTube. Hannans Ansprache sei über 2,25 Millionen Mal abgerufen worden und sei ursprünglich wie ein Virus über Blogs verbreitet worden. Diese Strategie sei sehr verbreitet unter Euroskeptikern, aber die EU Kommission und etablierte Parteien seien Berichten zufolge „zu langsam“, um auf die neuen Medien zu reagieren, so Hager.

Die schwedische Piratenpartei wurde auch verwendet um die Wendigkeit kleiner Einthemenparteien zu illustrieren. Eine kontroverse Entscheidung eines schwedischen Gerichtes gegen die Online-Filesharing Webseite Pirate Bay diesen Monat, führte zu bei der Piratenpartei einer stark angestiegenen Mitgliederzahl, von nur ein paar tausend auf fast 30.000 in nur ein paar Tagen (EURACTIV vom 22. April 2009).  

Dietmar Halper, der Direktor der österreichschen Politischen Akademie der ÖVP berichtete, dass die Europäische Union in Österreich an einem schlechten Image in den traditionellen Medien leide. Die Arbeitstagung habe erfahren, dass die Kronen Zeitung, die eine tägliche Leserschaft von ca. drei Millionen Menschen hat, eine stark antieuropäische Sichtweise einnehme, die die „Daily Mail wie eine ganz normale Zeitung“ aussehen lasse. 

Polnische Euroskeptiker Parteien profitieren auch oft von mächtigen Mediengruppen, so Pawel Swieboda, Direktor vom „DemosEuropa“, dem europäischen Strategiezentrum in Europa. Radio Maryja von der „traditionell euroskeptischen“ römisch katholischen Kirche unterstützt, habe mehr als fünf Millionen Zuhörer und übe große Macht in der polnischen Politik aus, so Swieboda.

Professor Paul Taggert von der Universität Sussex sagte, Europa müsse „sichtbarer“ sein. Der einzige Weg wie sich die Einstellungen ändern lassen würden sei, dass Politiker die öffentliche Meinung anführten und nicht nur auf sie reagierten.  

Thomas Bernard Stehling, Direktor der Konrad Adenauer Stiftung in London, kommentierte auf die Kritik von Europas Repräsentanten indem er die ständige Vertretung der Kommission in den EU-Hauptstädten als nicht aggressiv genug in der „Werbung für Europa“ aussonderte.