Eurostat: Biolandwirtschaft breitet sich in der EU weiter aus

Laut neuen Daten von Eurostat ist die ökologische Anbaufläche zwischen 2012 und 2022 massiv gestiegen. Trotzdem dürfte weiterhin das EU-Ziel für 2030 verfehlt werden.

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Die Länder mit den höchsten Anteilen an ökologisch bewirtschafteter Fläche sind Österreich (27 Prozent), Estland (23 Prozent) und Schweden (20 Prozent), gefolgt von Portugal, Italien, der Tschechischen Republik und Lettland mit Anteilen zwischen 15 und 20 Prozent. [SHUTTERSTOCK/Joe Lechner]

Laut neuen Daten von Eurostat ist die ökologische Anbaufläche zwischen 2012 und 2022 massiv gestiegen. Trotzdem dürfte weiterhin das EU-Ziel für 2030 verfehlt werden.

Im Jahr 2022 wurden demnach 10,5 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in der EU ökologisch bewirtschaftet. Insgesamt wurde die ökologische Anbaufläche über die zehn Jahre zuvor um 79 Prozent erhöht.

„Diese neuesten Daten bestätigen, dass die ökologisch bewirtschaftete Fläche in der EU weiterhin schnell und stark wächst“, schreibt Eurostat.

Trotz dieses Wachstums ist die EU nicht im Soll, um ihr Ziel für 2030 zu erreichen.

Die „Farm to Fork“-Strategie der EU, der Agrar- und Lebensmittelbereich des europäischen Green Deal, sieht vor, dass bis 2030 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.

Die Europäische Umweltagentur (EUA) hat jedoch in einem Bericht für das Jahr 2023 festgestellt, dass die EU ihr derzeitiges Fortschrittstempo fast verdoppeln müsste, um dieses Ziel zu erreichen.

Wenn das derzeitige Wachstumstempo anhält, wird die EU im Jahr 2030 nur einen Anteil von 15 Prozent an ökologischer Landwirtschaft erreichen, so die EUA.

Dem Eurostat-Bericht zufolge liegt Frankreich mit 2,9 Millionen Hektar im Jahr 2022 an der Spitze der EU-Mitgliedstaaten, was 17 Prozent der Gesamtfläche entspricht. Dahinter folgen Spanien (2,7 Millionen Hektar), Italien (2,3 Millionen Hektar) und Deutschland (1,6 Millionen Hektar).

Auf diese vier Länder entfallen im Jahr 2022 56 Prozent der gesamten ökologisch bewirtschafteten Fläche in der EU.

Die Länder mit den höchsten Anteilen an ökologisch bewirtschafteter Fläche sind Österreich (27 Prozent), Estland (23 Prozent) und Schweden (20 Prozent), gefolgt von Portugal, Italien, der Tschechischen Republik und Lettland mit Anteilen zwischen 15 und 20 Prozent.

Dagegen wurden in Irland, Bulgarien und Malta im Jahr 2022 weniger als 5 Prozent der Fläche ökologisch bewirtschaftet.

Polen war das einzige EU-Land, in dem die ökologisch bewirtschaftete Fläche in den letzten zehn Jahren zurückgegangen ist, und zwar um 15,4 Prozent.

Auf den meisten ökologisch bewirtschafteten Flächen in der EU werden Ackerkulturen wie Getreide, Hackfrüchte, Gemüse, Dauergrünland und Dauerkulturen wie Obstbäume, Olivenhaine und Weinberge angebaut.

Auch die ökologische Tierhaltung hat zugenommen, obwohl der Viehbestand in der EU insgesamt rückläufig ist. Im Jahr 2022 wurden 4,4 Prozent der Kühe, 10,4 Prozent der Schafe und 12,7 Prozent der Ziegen in der EU ökologisch gehalten.

In seiner Reaktion auf die neuesten Zahlen lobte Eric Gall, Direktor der Biolobby IFOAM, den Biolandbau als „wichtiges politisches Instrument, um die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen“.

„Es ist eine gute Nachricht für die Umwelt und die Landwirte, dass die Bioproduktion 2022 weiter gewachsen ist“, sagte er gegenüber Euractiv.

Er betonte jedoch die Notwendigkeit, den Bio-Markt zu unterstützen, da die Verkäufe 2021 nach einem Jahrzehnt stetigen Wachstums zu sinken begannen. Zudem sprach er sich für Instrumente der öffentlichen Beschaffung und Marktregulierung aus, wie sie im EU-Aktionsplan für den Bio-Sektor dargelegt sind.

[Bearbeitet von Angelo Di Mambro/Rajnish Singh]