Europäische Weltraumorganisation will Budget für Verteidigung aufstocken

Die Europäische Weltraumorganisation will in die Verteidigung Europas investieren. Derzeit werden Budgetpläne in Milliardenhöhe diskutiert. Ein Teil davon soll für den Aufbau eines Satellitennetzes zur militärischen Aufklärung für die EU genutzt werden, so der Generaldirektor der ESA zu Euractiv. 

EURACTIV.com
Die europäische Weltraumorganisation will mithilfe eines deutlich aufgestockten Budgets an der Verteidigung Europas mitzuhelfen. [Roger P/Andia/Universal Images Group via Getty Images]

Die Europäische Weltraumorganisation will in die Verteidigung Europas investieren. Derzeit werden Budgetpläne in Milliardenhöhe diskutiert. Ein Teil davon soll für den Aufbau eines Satellitennetzes zur militärischen Aufklärung für die EU genutzt werden, so der Generaldirektor der ESA zu Euractiv. 

Warschau – Der Angriff auf die Ukraine und der Zwist mit den USA haben in Europa die meisten historisch gewachsene Widerstände, was Verteidigungsinvestitionen anbelangt, abgeräumt.

Davon profitiert auch die Weltraumorganisation ESA. „Wir haben ein Paket, das wir bereits vorbereitet haben … das sich heute in der Größenordnung von etwa 21 Milliarden Euro bewegt, plus oder minus,“ erklärte Josef Aschbacher, Generaldirektor der Organisation, am Dienstag.

Die Raumfahrtagentur ist zwar nicht der EU unterworfen, aber ihre Mitgliedsstaaten sind deutlich in der Mehrheit unter den 23 Ländern, die der ESA angehören, darunter auch Großbritannien und die Schweiz.

Alle drei Jahre treffen sich die teilnehmenden Raumfahrtminister, um ein Budget für eine Reihe von Wissenschafts- und Forschungsprogrammen festzulegen, die sie dann unter sich aufteilen.

2022 war das Budget auf 16,9 Milliarden Euro angestiegen. Aber Anbetracht der Sparzwänge in ganz Europa war unklar, ob sich das Niveau beim nächsten Treffen in Bremen im November halten lassen würde.

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Braucht es Weltraumfähigkeiten, um Europa im Notfall verteidigen zu können? Aschbacher arbeitet an der Entwicklung eines Schwarms von Aufklärungssatelliten, die alle 20 bis 30 Minuten hochauflösende, optische Infrarotbilder von überall auf der Welt machen könnten.

Eine Reihe von EU-Unternehmen, darunter das finnische Unternehmen ICEYE, das kommerzielle Satellitendienste für die Ukraine anbietet, haben sich für ein solches Programm ausgesprochen, um die Startup-Szene in der EU zu fördern.

„Das ist ein absoluter Wendepunkt, so etwas haben wir in Europa nicht“, sagt Aschbacher dazu. „Ich weiß, dass China es aufbaut, und die USA bauen es auf.“

Wenn alle Programme zusammengerechnet sind, wird das endgültige ESA-Budget, das den Ministern im November vorgelegt wird, „über“ 21 Milliarden Euro betragen, sagte der österreichische Raumfahrtchef. Das macht das Treffen in Bremen zu einer Gelegenheit, „die man nicht verpassen darf“.

Dabei ist Europa immer noch in den Startlöchern und gibt derzeit nur ein Fünftel dessen aus, was die USA jedes Jahr für das ihrige bereitstellen.

Deutschland, das 2022 Frankreich als größten Beitragszahler für die ESA abgelöst hat, gilt als attraktive Lage für Raketen-Start-ups und hat bereits deutlich gemacht, dass man sich vorstellen könnte, noch mehr Geld bereitzustellen.

(bts)

*Korrekturhinweis: Durch die ursprüngliche Formulierung „Die Europäische Weltraumorganisation soll mit einem Budget von 21 Milliarden Euro ein Netz von Satelliten zur militärischen Aufklärung für die EU aufbauen“ wurde der Eindruck erweckt, die ESA würde das gesamte Budget für den Ausbau eines Satellitennetzes verwenden. Der Artikel wurde korrigiert, um zu sagen, dass ein Teil des Budgets der Europäische Weltraumorganisation für das Satellitennetz verwendet werden soll. Der Titel wurde ebenfalls angepasst, um mögliche Missverständnisse auszuräumen.