Finnischer Außenminister will nächster Präsident werden
Der finnische Außenminister Pekka Haavisto wird mit Hilfe einer Wählervereinigung für das Präsidentenamt kandidieren, kündigte er am Donnerstag auf einer Pressekonferenz an.
Der finnische Außenminister Pekka Haavisto wird mithilfe einer Wählervereinigung für das Präsidentenamt kandidieren, kündigte er am Donnerstag auf einer Pressekonferenz an.
Die Ankündigung kam nicht überraschend. Haavisto führt seit Monaten die Umfragen zur Nachfolge des derzeitigen Präsidenten Sauli Niinistö an. In einer jüngsten Umfrage von Mitte Mai gaben 28 Prozent der Befragten an, für Haavisto zu stimmen und 53 Prozent sagten, dass sie ihn wählen könnten.
„Die Präsidentschaftswahlen sind eine sehr persönliche Entscheidung und ich wurde von vielen kontaktiert, die sagten, dass sie nie für die Grünen gestimmt haben, sich aber gerne durch Wahlkampfarbeit oder durch ihre Stimme für mich beteiligen würden“, sagte Haavisto in einer Pressekonferenz (YLE).
Der finnische Präsident wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt, wobei maximal zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten möglich sind. Ein Kandidat muss mehr als die Hälfte der Stimmen erhalten, um gewählt zu werden, andernfalls gibt es einen zweiten Wahlgang. Insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik hat der Präsident großes Mitspracherecht, die er in Zusammenarbeit mit der Regierung leitet.
Nachdem er sowohl 2012 als auch 2018 gegen den amtierenden Präsidenten Sauli Niinistö verloren hat, wird dies Haavistos dritter Versuch sein, für das Amt zu kandidieren. Der Unterschied ist, dass er sich dieses Mal von seiner Partei, den Grünen, distanziert hat und mithilfe eines Wahlkreisverbands nach parteiübergreifender Unterstützung sucht.
In einem Interview mit Ilta-Sanomat, begründete Haavisto seine Entscheidung, außerhalb der Parteien zu kandidieren, damit, dass er sei besorgt um die Einheit der Nation „in diesen schwierigen und außergewöhnlichen Zeiten“. Dass er nicht für die Grünen kandidiert, kann auch als taktischer Schachzug angesehen werden, denn in einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage erhielten die Grünen nur 5 Prozent.
Vor Haavisto hat nur der Harry Harkimo, Vorsitzende der Bewegung ‚Jetzt‘, seine Präsidentschaftskandidatur angekündigt. Bislang liegt seine Unterstützung bei lediglich 1 Prozent. Olli Rehn (Zentrum), ein ehemaliger EU-Kommissar und derzeitiger Gouverneur der finnischen Zentralbank, wird voraussichtlich im Sommer ins Rennen gehen. Seine Popularität liegt in den Umfragen bei 15 Prozent.
Die Präsidentschaftswahlen in Finnland finden am 28. Januar 2024 statt.