Frankreich begrüßt neue Chips-Produktionsstätte

Frankreich wird eine neue Halbleiterproduktionsstätte in Betrieb nehmen, um sich angesichts des zunehmenden Mangels auf dem Weltmarkt zu positionieren. Allerdings ist noch unklar, woher die Finanzierung der neuen Anlage kommen soll.

EURACTIV France
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Die Bekanntgabe ist Teil der Bemühungen der EU, bei der Chip-Produktion zu den globalen Wettbewerbern aufzuschließen und ihren Anteil am Weltmarkt für Mikrochips bis 2030 von zehn auf 20 Prozent zu verdoppeln. [Macro photo/Shutterstock]

Frankreich wird eine neue Halbleiterproduktionsstätte in Betrieb nehmen, um sich angesichts des zunehmenden Mangels auf dem Weltmarkt zu positionieren. Allerdings ist noch unklar, woher die Finanzierung der neuen Anlage kommen soll.

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Frankreich wird eine neue Halbleiterfabrik eröffnen, so die Ankündigung des französischen Unternehmens STMicroelectronics und des US-Unternehmens GlobalFoundries am Montag (11. Juli).

Die neue Fabrik wird auf 300-Millimeter-Halbleiter spezialisiert sein, die auf der sogenannten FD-SOI-Technologie basieren, die hohe Leistung und geringen Energieverbrauch kombiniert.

Sie soll auch eine Reihe von elektronischen Chips mit einer Größe von nur 18 Nanometern unterstützen, die beispielsweise für die Automobil- und Internetindustrie von entscheidender Bedeutung sind.

„Unser Ziel ist es, dieses neue Werk zu einem führenden Unternehmen in der nachhaltigen Halbleiterfertigung zu machen. Das neue Werk ist so konzipiert, dass es 10 bis 20 Mal weniger Treibhausgasemissionen verursacht als ähnliche Projekte in Europa und dem Rest der Welt“, sagte Jean-Marc Chery, CEO von STMicroelectronics.

Die Produktionsstätte, die sich neben dem bestehenden Werk von STMicroelectronics in Crolles in der Nähe von Grenoble befindet, soll bis zum Jahr 2026 ihre volle Kapazität erreichen und bis zu 620.000 neue Wafer für das Unternehmen pro Jahr produzieren.

Diese Zahl übersteigt bei weitem die 550.000, die derzeit auf dem Gelände hergestellt werden. Durch die neue Anlage sollen am Standort Crolles auch rund 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Bekanntgabe ist Teil der Bemühungen der EU, bei der Chip-Produktion zu den globalen Wettbewerbern aufzuschließen und ihren Anteil am Weltmarkt für Mikrochips bis 2030 von zehn auf 20 Prozent zu verdoppeln.

Um dies zu erreichen, legte die EU-Kommission im Februar ihren Vorschlag für das Chip-Gesetz vor, das darauf abzielt, die Produktion und Innovation erheblich zu steigern, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, Investitionen anzuziehen und die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten zu verstärken.

Außerdem soll ein Mechanismus zwischen der Kommission und den EU-Staaten eingerichtet werden, um künftigen Krisen vorzubeugen.

„Es gibt eine Investitionsdynamik, auf die sich Frankreich und Europa einstellen müssen“, erklärte das französische Präsidialamt vor Journalisten während des laufenden Gipfels „Choose France“, einer traditionellen Veranstaltung zur Förderung der Attraktivität des Landes.

Um die Produktion zu verdoppeln, will die französische Regierung in den kommenden Jahren 16 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen tätigen.

Ein kostspieliges Unterfangen

Doch die Ausweitung der Halbleiterproduktion ist teuer, denn die Errichtung des neuen Werks in der Nähe von Grenoble erforderte Investitionen in Höhe von 5,7 Milliarden Euro.

„Ohne die französische Beteiligung wären diese Investitionen nur sehr schwer zu stemmen“, sagte der CEO von GlobalFoundries, Tom Caulfield, auf einer Pressekonferenz, weigerte sich aber, den Anteil des Staates an diesen Investitionen zu nennen.

Auch das französische Präsidialamt lehnte es ab, sich zu den Einzelheiten der Investitionen zu äußern.

Die Investitionen in das neue Werk fallen zwar unter das im Plan „France 2030“ vorgesehene Fünfjahresbudget in Höhe von 30 Milliarden Euro, aber auch EU-Investitionen im Rahmen des noch in der Diskussion befindlichen Chip-Gesetzes sind nicht ausgeschlossen, hieß es.

Anlässlich des Starts des neuen Projekts wird Präsident Emmanuel Macron am Dienstag (12. Juli) den Standort Crolles besuchen, wo er auch einen Fahrplan zur Beschleunigung der Forschung in diesem Bereich vorstellen soll.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]