Frankreich und Spanien vereinbaren grenzüberschreitende Stromprojekte

Frankreich und Spanien haben die Erhöhung der Stromkapazität durch neue grenzüberschreitende Hochspannungsleitungen vereinbart. Bis jetzt liegen sie weit hinter den europäischen Zielen zurück.

EURACTIV.com with Reuters
Im ersten Quartal 2015 sollen neue Hochspannungsleitungen die Kapazität der Stromverbindungen zwischen Spanien und Frankreich verdoppeln. Foto: [Angelo DeSantis/Flickr]
Im ersten Quartal 2015 sollen neue Hochspannungsleitungen die Kapazität der Stromverbindungen zwischen Spanien und Frankreich verdoppeln. Foto: [Angelo DeSantis/Flickr]

Frankreich und Spanien haben die Erhöhung der Stromkapazität durch neue grenzüberschreitende Hochspannungsleitungen vereinbart. Bis jetzt liegen sie weit hinter den europäischen Zielen zurück.

Die beiden Länder wollen Spaniens Verbindungskapazität bis 2020 auf zehn Prozent seiner Stromerzeugungskapazität erhöhen. Das entspricht den EU-Empfehlungen. Beide Länder erkärten, dass sie sich bei der Finanzierung der notwendigen Infrastruktur auf EU-Fonds verlassen.

Spanien ist faktisch eine „Energieinsel“. Es verfügt über lediglich drei Prozent Verbindungskapazität. Frankreich liegt durch Verbindungen in andere Nachbarländer bei neun Prozent.

„Frankreich und Spanien haben sich dazu entschlossen, eine gemeinsame Strategie zum Aufbau von Verbindungen umzusetzen“, erklärten die beiden Länder in einer gemeinsamen Mitteilung nach dem Treffen des französischen Präsidenten François Hollande und des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy.  

Spanien hatte sich seit langem beschwert, dass Frankreich den Bau von Stromleitungen nach Spanien aufhalte. Der nordöstliche Nachbar habe Angst davor, mit billiger erneuerbarer Energie aus Spanien überschwemmt zu werden.

Dem französischen Netzbetreiber RTE zufolge hängen die Verzögerungen mit dem Widerstand der Bürger gegen Hochspannungsleitungen durch die Pyrenäen zusammen.

Die neue Hochspannungsleitung in den östlichen Pyrenäen zwischen Baixas, Frankreich und Santa Llogaia, Spanien wird im ersten Quartal 2015 freigegeben. Sie wird die Verbindungskapazität zwischen den beiden Ländern auf 2.800 MW erhöhen. Das entspricht ungefähr der Kapazität zweier Atomkraftwerke.

Die beiden Länder wollen auch weiterhin technische Studien für ein weiteres Projekt vorantreiben. Dabei geht es um ein Unterwasser-Stromkabel vor der Westküste der Pyrenäen. Allerdings gibt es für die Entwicklung dieses Projekts keine Frist.

Sie forderten von den Netzbetreibern für das erste Quartal 2015 auch eine Studie über neue Verbindungen durch die Pyrenäen. Außerdem soll im ersten Halbjahr 2015 ein Seminar stattfinden. Dabei sollen Minister, Regulierungsbehörden und Netzbetreiber zusammenkommen und die Zusammenarbeit ankurbeln.

Spaniens Energieüberschüsse haben das Potenzial, einen großen Beitrag zur europäischen Energiesicherheit zu liefern. Die Produktion des Landes übertrifft den Energieverbrauch der Spanier bei weitem. Selbst am kältesten Tag des letzten Jahres wurde weniger als die Hälfte der installierten Kapazität verbraucht.  

Noch im Dezember wollen die EU-Energieminister beraten, wie man grenzüberschreitende Energieverbindungen verbessern kann.