Frattini verteidigt Recht auf Veröffentlichung "unüberlegter" Karikaturen [DE]

Der EU-Justizkommissar Franco Frattini zeigt Verständnis dafür, dass sich Muslime von den umstrittenen Karikaturen in ihrer Würde verletzt fühlen. Gleichzeitig bezeichnete er die Drohungen gegen Dänemark als "völlig inakzeptabel".

Der EU-Justizkommissar Franco Frattini zeigt Verständnis dafür, dass sich Muslime von den umstrittenen Karikaturen in ihrer Würde verletzt fühlen. Gleichzeitig bezeichnete er die Drohungen gegen Dänemark als „völlig inakzeptabel“.

Nachdem die dänische „Karikaturaffäre“ (s. see EURACTIV,  31. Januar 2006) durch die Veröffentlichung einiger kontroverse Karikaturen des Propheten Mohammeds in mehreren europäischen Zeitungen eine europäische Dimension angenommen hat, verteidigt Franco Frattini, Kommissar für Justiz, Freiheit und Sicherheit, das Recht auf Pressefreiheit.

Allerdings versteht er auch „die Empörung, Frustration und Betroffenheit der muslimischen Gemeinden der letzten Tage nachdem die Karikaturen in einer dänischen Zeitung veröffentlicht worden waren“.

Er sagte weiter, dass solche Ereignisse nicht gerade den Dialog zwischen Glaubensrichtungen und Kulturen fördern würden.  „Ich persönlich beachte die Veröffentlichung der Karikaturen als etwas unüberlegt.“

Dennoch betonte Frattini, dass „es für alle glasklar sein sollte, dass Gewalt, Einschüchterung und Aufrufe zum Boykott oder eine Einschränkung der Pressefreiheit absolut inakzeptabel sind“.

Dänemarks Premierminister Anders Fogh Rasmussen entschuldigte sich über den in Dubai ansässigen Fernsehsender Al-Arabia für jegliche Beleidigung, betonte aber auch, dass seine Regierung nicht für die Veröffentlichung von Zeitungsartikeln verantwortlich sei.  Der dänische Außenminister Per Stig Möller diskutierte derweil mit seinen britischen und französischen Kollegen die Angelegenheit.

Die jordanische Zeitung, al-Shihan, veröffentlichte drei der Karikaturen am 2. Februar.  Der Herausgeber Jihad Momani schrieb:  „Moslems der Welt, seit verantwortlich. Was verstärkt mehr die Vorurteile gegen den Islam, diese Karikaturen oder Bilder eines Geiselnehmers der seinem Opfer vor laufender Kamera die Kehle durchschneidet oder ein Selbstmordattentäter, der sich selbst während einer Hochzeit in Amman in die Luft sprengt?“