Frauen in Führung: Appell an Brüssel
Zur neuen Strategie der EU-Kommission zur Chancengleichheit von Frauen in Führungspositionen mahnt die Vorsitzende des Frauenrechtsausschusses der europäischen Dachorganisation CESI, Kirsten Lühmann, weitere Schritte an. Wenn Gespräche mit den Unternehmen nichts brächten, sollte die EU-Kommission über weitere Maßnahmen nachdenken, die weniger unverbindlich seien als die vorliegende Initiative.
Zur neuen Strategie der EU-Kommission zur Chancengleichheit von Frauen in Führungspositionen mahnt die Vorsitzende des Frauenrechtsausschusses der europäischen Dachorganisation CESI, Kirsten Lühmann, weitere Schritte an. Wenn Gespräche mit den Unternehmen nichts brächten, sollte die EU-Kommission über weitere Maßnahmen nachdenken, die weniger unverbindlich seien als die vorliegende Initiative.
Die Vorsitzende des CESI-Ausschusses für Chancengleichheit (FEMM), Kirsten Lühmann, fordert die EU-Kommission zu Konsequenz auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung für Frauen auf. „Die Kommission darf sich jetzt nicht von den Mitgliedsstaaten den Schneid abkaufen lassen“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende dbb Bundesvorsitzende in Berlin.
„Ein überfälliger Schritt“, sagte die FEMM-Vorsitzende „Endlich wird nicht mehr nur auf die Beschäftigungsquote von Frauen geschaut, sondern auch auf die Führungspositionen, wo Frauen stark unterrepräsentiert sind.“
Zuvor hatte die europäische Justizkommissarin Viviane Reding die neue EU-Strategie zur Chancengleichheit vorgestellt. Europa nehme in der Chancengleichheit eine Vorreiterrolle in der Welt ein, sagte Reding, nachdem die Kommissionsrunde eine Fünfjahresstrategie für mehr Chancengleichheit von Männern und Frauen beschlossen hatte.
Beim Grundsatz des gleichen Lohns für gleiche Arbeit sei Europa früh, nämlich schon in den Römischen Verträgen von 1957, ein Vorbild gewesen. „Bei der Einsetzung von Frauen in verantwortliche Positionen können wir erneut mit gutem Beispiel vorangehen“, so die Kommissarin in Brüssel. Sie kündigte an, sich in dieser Frage im kommenden Jahr mit den Vorständen der größten börsennotierten Unternehmen zusammensetzen zu wollen.
"…aber an den Joysticks sitzen die Männer"
Dieser Brüsseler Schritt sei überfällig, findet Kirsten Lühmann. „Es ist an der Zeit, dass hier etwas geschieht. Mädchen schneiden schon seit Jahren im Bildungssystem besser ab als Jungen. Das gilt nicht nur für Deutschland. Trotzdem sitzen nachher überwiegend die Männer an den Joysticks“, so die FEMM-Vorsitzende.
Lühmann fordert die Kommission zudem auf, den Worten auch Taten folgen zu lassen. „Wenn die Gespräche mit den Unternehmen keine greifbaren Ergebnisse bringen, sollte die Kommission über weitere Maßnahmen nachdenken, die dann weniger unverbindlich sind als die vorliegende Initiative“.
Lühmann äußerte sich auch zur aktuellen Eurobarometer-Umfrage zur häuslichen Gewalt. Deren Ergebnisse bezeichnete als alarmierend. Auch hier dürfe der Gesetzgeber weder auf europäischer noch auf nationaler Ebene weiter wegsehen.
Red.
Links / Dokumente
EU-Kommission: Europa ein weiblicheres Gesicht geben: EU-Kommission beschließt neue Strategie zur Chancengleichheit (21. September 2010)
EU-Kommission: Mehr Frauen in Führungspositionen – Ein Schlüssel zu wirtschaftlicher Stabilität und Wachstum
EU-Kommission: Women’s Charter – A Strengthened Commitment to Equality between Women and Men