Frist verlängert für Lufthansas AUA-Übernahme

Die österreichische Übernahmekommission hat die Frist für die Lufthansa-Übernahme der Austrian Airlines (AUA) wie erwartet bis Ende August verlängert. Lufthansa wartet weiter auf die Genehmigung der Kommission.

Ob Lufthansa und Austrian Airlines bald zusammen gehören, bleibt offen. Foto: dpa.
Ob Lufthansa und Austrian Airlines bald zusammen gehören, bleibt offen. Foto: dpa.

Die österreichische Übernahmekommission hat die Frist für die Lufthansa-Übernahme der Austrian Airlines (AUA) wie erwartet bis Ende August verlängert. Lufthansa wartet weiter auf die Genehmigung der Kommission.

Die ursprünglich Ende Juli auslaufende Frist wurde bis 31. August verlängert, teilte die österreichische Übernahmekommission am 31. Juli 2009 mit. Lufthansa hatte die Fristverlängerung beantragt, da die Kommission die Fusion der beiden Airlines noch nicht freigegeben hat. Die Kommission prüft die AUA-Übernahme durch Lufthansa eingehend, "da sie befürchtet, dass das Vorhaben auf einigen Strecken zu höheren Preisen und einem verringerten Flugangebot führen könnte", hatte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes Anfang Juli mitgeteilt.

Slots an Konkurrenten

Hintergrund für die Verzögerung der Übernahme sind Forderungen der EU-Kommission. Die Lufthansa soll Start-und Landerechte an Konkurrenten abgeben, um den Wettbewerb auf bestimmten Strecken aufrechtzuerhalten.

Durchbruch in Brüssel

Anfang dieser Woche, am 27. Juli 2009, gab es in Brüssel den Durchbruch nach zähen Gesprächen zwischen der Lufthansa und der EU –Wettbewerbskommission. Die Lufthansa ist EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes weiter entgegengekommen und machte vor allem bei den Flügen Wien–Frankfurt neue Zugeständnisse.

Streitpunkte zwischen der Kommission und der Lufthansa waren bestimmte Start- und Landerechte (Slots), vor allem auf den Strecken von Wien nach Frankfurt, Genf und München. Es ging nicht nur um die Slots selbst, sondern auch um deren Verfügbarkeit zur rechten Zeit und damit verbundene Rechte.

500 Millionen Euro Staatshilfe

Die Lufthansa hatte sein Kauf-Angebot bereits mehrfach nachgebessert, aber bisher noch keine Einigung erreicht. Die EU-Behörde muss außerdem grünes Licht für eine 500 Millionen Euro schwere Staatshilfe für die AUA geben.

Bis zuletzt hatte Lufthansa gegenüber EURACTIV.de erklärt, wenn bis 31. Juli die Freigabe durch die EU nicht erfolge, finde das Geschäft definitiv nicht statt. Die Lufthansa werde vom Deal zurücktreten. Die Lufthansa habe alle Anforderungen erfüllt. Zeitgleich hatte jedoch der Sprecher von Wettbewerbskommissarin Kroes, Jonathan Todd, darauf bestanden: "Der Ball liegt im Feld von Lufthansa."

Wiener Flughafen als Knotenpunkt

Der Wiener Flughafen macht sich große Hoffnungen, für die Lufthansa nach dem Kauf der Austiran Airlines (AUA) Knotenpunkt für Flüge nach Osteuropa zu sein. Das entspräche auch dem bisherigen Leistungsprofil des Airports. "Wir gehen davon aus, dass wir einer der vier Hubs sein werden, neben Frankfurt, München und Zürich", sagte Vorstandssprecher Herbert Kaufmann am Freitag in Wien.

Der Flughafen sei bei Kapazität, Schnelligkeit und Pünktlichkeit "absolut wettbewerbsfähig". Die AUA hatte über die Drehscheibe Wien ein ausgedehntes Streckennetz nach Ost- und Südosteuropa aufgebaut.

Dokumente

Übernahmekommission: Änderung der Angebotsunterlage für Austrian Airlines AG durch die Bieterin Lufthansa AG (31. Juli 2009)
Lufthansa: Lufthansa beantragt bei österreichischer Übernahmekommission Fristverlängerung für Zusammenschluss mit Austrian Airlines (28. Juli 2009)
Kommission: Eingehende Untersuchung der geplanten Übernahme von Austrian Airlines durch Lufthansa eingeleitet (1. Juli 2009)
AUA: Mehr als 85 Prozent der Aktionäre der Austrian Airlines AG haben Lufthansa Angebot angenommen (12. Mai 2009)