Fußball-Weltmeisterschaft: Kaum Interesse in den Niederlanden
Das Interesse an dem umstrittenen Turnier in Katar ist in der fußballbegeisterten Nation an einem Tiefpunkt angelangt: König Willem-Alexander und Ministerpräsident Mark Rutte haben nicht vor, an der WM teilzunehmen, und nur 14 % der Niederländer sind von dem Turnier begeistert.
Das Interesse an dem umstrittenen Turnier in Katar ist in der fußballbegeisterten Nation an einem Tiefpunkt angelangt: König Willem-Alexander und Ministerpräsident Mark Rutte haben nicht vor, an der WM teilzunehmen, und nur 14 % der Niederländer:innen sind laut Umfragen von dem Turnier begeistert.
Die Oranje-Mannschaft startet am Montag gegen Senegal in die Weltmeisterschaft und wird am 29. November gegen Katar spielen.
Bisher hat nur die Ministerin für Pflege und Sport, Conny Helder, bestätigt, dass sie dem Spiel gegen Katar in Begleitung einer Regierungsdelegation persönlich beiwohnen wird. Der König und der Premierminister werden nicht anwesend sein, was sich jedoch ändern könnte, wenn die Niederländer ins Halbfinale einziehen sollten.
Das Interesse an der Fußballweltmeisterschaft in Katar ist in der Bevölkerung gering. Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage zeigen sich nur 14 % der Niederländer begeistert, berichtet Eenvandaag.
Unterdessen fand in einer Kirche in Utrecht ein Gedenkgottesdienst für die schätzungsweise 6500 Wanderarbeiter:innen statt, die beim Bau der WM-Stadien ums Leben kamen.
„Mit diesem Gedenkgottesdienst wollen wir an die Menschen denken, die daran beteiligt waren“, sagte Harmen Nijmeijer, Direktor von Micha Netherlands und einer der Organisator:innen des Gedenkgottesdienstes, wie NL Times berichtete.
Auf EU-Ebene nahm das Europäische Parlament die Arbeitsrechtsverletzungen Katars im Vorfeld des Turniers ins Visier. Miguel Urbán Crespo von der Linksfraktion im Parlament nannte das kommende Turnier eine „in Blut gebadete Weltmeisterschaft“, während die Sozialdemokratin Lara Wolters es eine „Weltmeisterschaft der Schande“ nannte.
Mit der Entsendung einer Regierungsdelegation wollen die Niederlande den Dialog mit Katar fortsetzen, denn die Regierung ist zwar besorgt über die derzeitige Situation, glaubt aber, dass der Dialog „einen sichtbaren positiven Effekt auf Reformen und bessere Arbeitsbedingungen“ bewirkt hat.