G8-Anführer versprechen 10 Milliarden Euro für Nahrungssicherheit [DE]
Die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Acht (G8) der Industrieländer einigten sich heute (10. Juli 2009) darauf, über die nächsten drei Jahre verteilt circa 10 Milliarden Euro zu verpflichten, um den ärmsten Ländern der Welt zu helfen, ihre Agrarsektoren zu entwickeln.
Die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Acht (G8) der Industrieländer einigten sich heute (10. Juli 2009) darauf, über die nächsten drei Jahre verteilt circa 10 Milliarden Euro zu verpflichten, um den ärmsten Ländern der Welt zu helfen, ihre Agrarsektoren zu entwickeln.
Man begrüße das Engagement, das die Länder die beim G8-Gipfel in L’Aquila vertreten waren, in Richtung des Ziels über drei Jahre mindestens 15 Milliarden US-Dollar (10,75 Mrd. Euro) zu mobilisieren gezeigt haben.
Man habe sich dazu verpflichtet, die Investitionen in kurz-, mittel- und langfristige landwirtschaftliche Entwicklung die direkt den ärmsten der Erde zu Gute komme und den größten Nutzen aus den internationalen Institutionen ziehen soll voranzutreiben, so der Bericht weiter.
Die Entwurf macht weder klare Aussagen darüber, ob es sich vorrangig um neue Beihilfen handelt, noch gibt er Details der individuellen Beiträge der Länder an, obwohl die Vereinigten Staaten Japan und die EU mit jeweils ca. 2,15 Milliarden Euro einsteigen sollen.
Er erwähnt auch nichts von einem Treuhandfonds für die Beiträge die von der Weltbank gesteuert werden sollen, ein Vorschlag, der von Washington in vorherigen Entwürfen gemacht wurde, den die EU aber ablehnte.
Fonds sollen chronische Unterinvestitionen in Landwirtschaft bekämpfen
Der Entwurf unterstreicht, dass der kombinierte Effekt der langjährigen Unterinvestitionen in Landwirtschaft, der Preisinstabilität und der Wirtschaftskrise zu verstärkter Armut und Hunger in Entwicklungsländern geführt habe.
Den Vereinten Nationen zufolge ist die Zahl der unterernährten Menschen über die letzten zwei Jahre angestiegen und soll dieses Jahr 1,02 Milliarden übersteigen, gegenläufig einem negativen Trend von vier Jahrzehnten.
Der G8-Gipfel hielt weiterhin große Bestreben aufrecht, um die angemessene Nahrungsmittelnotversorgung sicherzustellen, aber sein Schwerpunkt auf landwirtschaftliche Investitionen spiegelt einen von den USA angeführten Wandel hin zu langfristigeren Strategien im Kampf gegen die Unterernährung wider.
Die USA sind der größte Spender von Beihilfen an Nahrung, die meist regional produziert und von den US-Landwirten gekauft wird.
Die G8-Anführer sagten, dass ihr Ansatz die gesteigerte landwirtschaftliche Produktivität anvisiere, Anreize zur Ernteintervention zu schaffen, Schwerpunkte auf das Wachstum der Privatwirtschaft zu legen, Frauen und Kleintierbauern zu schützen, und auf den Schutz der natürlichen Reserven, die Ausweitung der Beschäftigung und Ausbildung und den verstärkten Handel ziele.
Die angekündigten Gelder über drei Jahre stehen im Vergleich zu 13,4 Milliarden US-Dollar, die die G8 zwischen Januar 2008 und Juli 2009 für globale Nahrungssicherheit ausgegeben hatte.
Die Tendenz der verminderten ODA (offizielle Entwicklungszusammenarbeit) und nationale Finanzierung der Landwirtschaft müsste revidiert werden, so der Entwurf.
Geschichte gebrochener Versprechen
Die G8 Gipfel haben eine Tradition Versprechen zu machen die sie nicht halten. In einem Bericht vom letzten Monat, sagte die Organisation zur Armutsbekämpfung ONE, dass die reichsten Nationen der Welt in den meisten Fällen ihre Versprechen, die sie bei G8-Gipfel machten, Afrika Hilfe zukommen zu lassen, brechen würden.
ONE hat berechnet, dass allein Subsahara-Afrika 25 Milliarden über drei Jahre brauche.
Investitionen in Saatgut, Dünger, Straßen und andere Infrastruktur seien dringend nötig.
(EURACTIV mit Reuters.)