Inflationsanstieg in Eurozone stärkt Hoffnung auf EZB-Zinssenkungen

Wie von Analysten erwartet, stieg die Inflation in der Eurozone im Dezember. Dies ebnet den Weg für weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Laufe des Jahres.

EURACTIV.com
Euro sign and EZB European Central Bank Tower.
Als erste große westliche Zentralbank, hat die EZB im vergangenen Jahr damit begonnen, die Zinsen zu senken. [Gettyimages/Richard l'Anson]

Wie von Analysten erwartet, stieg die Inflation in der Eurozone im Dezember. Dies ebnet den Weg für weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Laufe des Jahres.

Eurostat, das offizielle Statistikamt der EU, berichtete am Dienstag, dass laut vorläufigen Daten die Inflation im letzten Dezember 2024 auf 2,4 Prozent stieg – ein leichter Zuwachs von 0,2 Prozent im Vergleich zu November.

Der Anstieg der Inflation, den Ökonomen in einer jüngsten Umfrage von Bloomberg vorhergesagt hatten, wurde weitgehend durch sogenannte „Basiseffekte“ getrieben. Die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Energiekosten waren einer der Hauptfaktoren.

Die Kerninflation, bei der die volatilen Energie- und Lebensmittelkosten herausgerechnet werden, blieb den vierten Monat in Folge stabil bei 2,7 Prozent und entsprach damit ebenfalls den Erwartungen der Analysten.

Das Preiswachstum hat sich in den vergangenen zwei Jahren erheblich verlangsamt, nachdem der ursprüngliche Preisanstieg, der durch Russlands umfassende Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 ausgelöst wurde, nachgelassen und eine straffere Geldpolitik die Nachfrage gedämpft hat.

In Frankfurt erwartet die EZB nun, dass die Gesamtinflation in diesem Jahr durchschnittlich 2,1 Prozent betragen wird, nach 2,4 Prozent im Jahr 2024, und damit nur geringfügig über dem Zielwert der Bank von zwei Prozent liegt.

Als erste große westliche Zentralbank, hat die EZB im vergangenen Jahr damit begonnen, die Zinsen zu senken. Im Laufe des Jahres 2024 senkte sie den Leitzins von einem Rekordhoch von vier auf drei Prozent.

Investoren und Analysten erwarten derzeit, dass die EZB die Zinsen bis Herbst 2025 um einen Prozentpunkt senken wird.

In einer Rede kurz vor Weihnachten gab EZB-Präsidentin Christine Lagarde die bislang klarste Aussage, dass der EZB-Rat zur Festlegung der Geldpolitik in den kommenden Monaten die Geldpolitik weiter lockern wird.

„Wenn die eingehenden Daten weiterhin unsere Grundannahmen bestätigen, ist die Richtung klar, und wir erwarten, die Zinsen weiter zu senken“, sagte sie.

[Bearbeitet von Daniel Eck/Kjeld Neubert]