Interview: Finnische Bevölkerung soll dank Sportprogramm aktiver werden [DE]

Finnland entwickle sein erstes nationales Sportprogramm, erzählte Raija Mattila, Direktorin der Abteilung für Sport im finnischen Bildungsministerium EURACTIV in einem Interview.

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Finnland entwickle sein erstes nationales Sportprogramm, erzählte Raija Mattila, Direktorin der Abteilung für Sport im finnischen Bildungsministerium EURACTIV in einem Interview.

Das Programm soll die Zahl der sportlich aktiven Bürger erhöhen und die Koordinierung zwischen verschiedenen Zuständigkeitsbereichen in der Regierung und Sportorganisationen, die an der Erbringung von Sportdienstleistungen beteiligt sind, vereinfachen, so Mattila.

„Verglichen mit anderen europäischen Ländern sind die Finnen recht aktiv. Aber wir denken, dass bezüglich ihrer Gesundheit und ihres Wohlergehens noch viel getan werden muss, ebenso wie in Bezug auf die Rolle, die der ehrenamtliche Sektor spielen könnte“, sagte sie.

Das Programm werde auf zwölf allgemeinen Zielen basieren, wobei für jedes Ziel konkrete Umsetzungsmaßnahmen vorgeschlagen würden, sagte Mattila. Die ersten vier Pakete verfolgten einen auf die gesamte Lebenszeit gerichteten Ansatz, der die Bürger dazu ermutigen solle, bereits in jungem Alter sportlich aktiv zu werden. Die Bürger sollten dann ihr ganzes Leben lang sportlichen Aktivitäten nachgehen, sagte sie.

Darüber hinaus solle die Strategie die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Zuständigkeitsbereichen in der Regierung verbessern und Sportdienstleistungen professioneller und effizienter gestalten. Dazu gehörten auch die von zivilgesellschaftlichen Organisationen veranstalteten Sportaktivitäten, erklärte Mattila. „Wir benötigen besser ausgebildete Sportfachleute“, meinte sie, aber erkannte die Bedeutung der traditionell engagierten, ehrenamtlich tätigen Bürger an, die Sportaktivitäten auf Vereinsebene organisierten.  

Mattila zufolge sind die Gemeinden die Ebene mit der größten Verantwortung im Bereich Sportdienstleistungen in Finnland. „Wir wollen sie dazu ermutigen, einen breiter angelegten Ansatz zu verfolgen und werden sie im Sportbereich auch weiterhin unterstützen“, sagte sie. Sie räumte allerdings auch ein, dass dies durch die Finanzkrise, die viele Gemeinden treffe, schwierig werde. 

Das Programm ist in erster Linie eine Grundsatzentscheidung ohne finanzielle Verpflichtungen als solche. Das finnische Sportbudget basiere hauptsächlich auf Lottoeinnahmen und werde deshalb mehr oder weniger automatisch aufgestellt, erklärte Mattila. Allerdings gebe es andere Bereiche, wie der Sportunterricht in Schulen, in denen „wir versuchen können, Fortschritte zu erzielen“, sagte sie.

Obwohl das Programm noch nicht angenommen worden sei, sei die Debatte in der Arbeitsgruppe, die eingerichtet wurde, um das Programm zu erarbeiten, produktiv. Einige der Vorschläge würden bereits umgesetzt, sagte Mattila. Sie meinte, dass man „weiteren Maßnahmen gegenüber positiv eingestellt“ sei, da viele Ministerien, deren Arbeit Auswirkungen auf die Aktivitäten der Bürger habe, an den Verhandlungen teilgenommen hätten.

Finnlands Bildungsministerin Sari Sarkomaa habe bereits angekündigt, dass sie überlege, bei der nächsten Überarbeitung des Schullehrplans eine zusätzliche Stunde Sportunterricht einzuführen, sagte Mattila. 

Mattila fügte hinzu, dass Finnland außerdem bemüht gewesen sei, die Rolle der EU im Sport- und Gesundheitsbereich zu fördern und dass sich das Land an der Arbeitsgruppe der Kommission beteiligt habe, um die Sport-Leitlinien auszuarbeiten. Sie sagte, die Leitlinien böten Finnland nichts wirklich Neues, da die meisten Ideen, die im EU-Vorschlagsentwurf auftauchten, in Finnland bereits umgesetzt worden seien. „Wir sind aber dennoch sehr glücklich, dass diese Leitlinien für die ganze EU ausgearbeitet wurden“, schloss sie. 

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