Interview: Finnlands Wissenschaft durch Zusammenarbeit erfolgreich [DE]

Niilo Tapani Saarinen, Vize-Präsident des Wissenschaftszentrums in Turku, nannte in einem Interview mit EURACTIV Slowakei die Gründe für Finnlands ausgezeichnete Erfolgsgeschichte im Bereich Wissenschaft und Innovationen: ein besonderes Modell für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet Forschung und Innovationen, das gleichermaßen Regierungen, Unternehmen und Universitäten zusammenführt, sowie etwa 30 Wissenschaftszentren, die als eine Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Universitäten fungieren.

laboratory.jpg
laboratory.jpg

Niilo Tapani Saarinen, Vize-Präsident des Wissenschaftszentrums in Turku, nannte in einem Interview mit EURACTIV Slowakei die Gründe für Finnlands ausgezeichnete Erfolgsgeschichte im Bereich Wissenschaft und Innovationen: ein besonderes Modell für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet Forschung und Innovationen, das gleichermaßen Regierungen, Unternehmen und Universitäten zusammenführt, sowie etwa 30 Wissenschaftszentren, die als eine Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Universitäten fungieren.

Seit Mitte der 1980er Jahre habe die finnische Regierung mehr und mehr Mittel in Forschung und Entwicklung gesteckt; daran seien auch Wirtschaft und Universitäten aktiv beteiligt gewesen, so Saarinen. 

„Eines der wichtigsten Instrumente ist die der Leistungsträger für Technologie und Innovation (Tekes). Dies ist ein finnischer Staatsfonds mit einem Jahresbudget von mehr als 400 Millionen Euro. Etwa die Hälfte dieses Geldes geht an Unternehmen, die andere Hälfte an Universitäten. Wenn sich ein Unternehmen darum bewirbt, ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt zu finanzieren, sollte es mindestens 70% mit seinen eigenen Mitteln decken. Für kleine und mittlere Unternehmen sind es 50%. Mit den externen Mitteln aus dem Staatsfonds können sie von Universitäten einen Forschungsvertrag kaufen“, erklärte Saarinen. 

„Das Geld hilft sowohl den KMUs, externe Ressourcen zu gewinnen, um zusätzliche Forschungskapazitäten zu erwerben, als auch den Universitäten, qualifizierte Forschungskräfte zu behalten. In unserem Hochschulsystem arbeiten 10 000 Professoren, Forscher usw. mit dem ‚normalen Budget’ und weitere 10 000 mit den externen Mitteln. Dies ist einer der Gründe, warum Unternehmen, wie Nokia, mit einem starken Netzwerk ihre Arbeit aufnehmen können – KMUs können diese Unterstützung nutzen, und daher haben sie große Innovationskapazitäten“, fügte Saarinen hinzu.

Ein weiterer Grund für das gute Abschneiden der finnischen Wissenschaft und Innovationen ist, dass Wissenschaft und Innovation in Finnland seit Mitte der 1990er Jahre auf einem „dreiarmigen Model“ basiert, das Regierungen, Unternehmen und Universitäten zusammenführt.

Unter dem Model treten Universitäten als Produzenten von Wissen auf, die Wirtschaft als der Nutzer dieses Wissens und die Regierung als ein Garant für eine langfristige Nachhaltigkeit der Forschungsprogramme. „Dies schafft Raum für Forschungsaktivitäten […]. In Finnland gibt es 30 Forschungszentren. Die Finnische Vereinigung der Forschungszentren (Tekel) sitzt am gleichen Tisch wie die Ministerien. Wir sind die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Universitäten“, so Saarinen.

Da die meisten Ergebnisse der Universitäten „keinen Innovationen sind, sondern nur Erfindungen“, versuchen die Wissenschaftszentren, die Erfindungen in Innovationen weiterzuentwickeln und schließlich ein Geschäft damit zu machen.

„Erfindung ist etwas, wo man sein Geld hineininvestiert und Wissen herausbekommt. Innovation ist etwas, wo man Wissen hineinlegt und Geld herausbekommt“, erklärte Saarinen.

Auf die Frage, was eine Übergangswirtschaft, wie die Slowakei, aus der finnischen Erfahrung lernen könnte, um eine Situation zu vermeiden, in der große ausländische Investoren nach relativ günstiger Arbeit suchten, anstatt nach Forschungs- und Innovationskapazitäten, entgegnete Saarinen, die Regierungen dieser Länder müssten dafür sorgen, dass Plattformen für die Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung stärker sichtbar seien.

Ein „sichtbares dreiarmiges Model“ würde, laut Saarinen, diese Länder attraktiver machen. „Und für diese Plattform muss man in großem Umfang Werbung sowie zielgerichtete Imagebildung betreiben“, fügte Saarinen hinzu. 

Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier.