Interview: Orban unterstützt Spracherwerb zur Förderung der Wirtschaft [DE]

Leonard Orban, das "neueste Kommissionsmitglied" und der Zuständige für Mehrsprachigkeit, erklärt in einem Exklusivinterview mit EURACTIV, dass Mehrsprachigkeit die Wettbewerbsfähigkeit fördere. Der Rumäne verspricht außerdem die Eröffnung eines Unternehmensforums für Mehrsprachigkeit im September 2007 und untersucht die Möglichkeiten der Institutionen, sich besser an die 23 EU-Sprachen anzupassen. Für 2008 kündigt Orban neue Initiativen im Bereich der Sprachpolitik an.

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Leonard Orban, das „neueste Kommissionsmitglied“ und der Zuständige für Mehrsprachigkeit, erklärt in einem Exklusivinterview mit EURACTIV, dass Mehrsprachigkeit die Wettbewerbsfähigkeit fördere. Der Rumäne verspricht außerdem die Eröffnung eines Unternehmensforums für Mehrsprachigkeit im September 2007 und untersucht die Möglichkeiten der Institutionen, sich besser an die 23 EU-Sprachen anzupassen. Für 2008 kündigt Orban neue Initiativen im Bereich der Sprachpolitik an.

Der Kommissar für Mehrsprachigkeit, Leonard Orban, erklärt, dass er die Bedeutung der Sprachen für die Wirtschaft betonen will: „Es ist eine der wichtigsten Dimensionen – meine Prioritäten betreffen Mehrsprachigkeit im Allgemeinen, nicht die institutionelle Ebene im Speziellen. (…) Unmittelbar nach meiner Amtsübernahme wurde ein Bericht des UK National Centre for Languages veröffentlicht, der deutlich machte, dass den Unternehmen, denen die notwendigen Sprachkompetenzen fehlen, Mittel und Möglichkeiten verloren gehen. Daher ist die Schlussfolgerung ganz einfach – die Unternehmen benötigen Sprachkompetenzen und Sprachstrategien.“ 

„Sehr bald – im September 2007 – werde ich ein Wirtschaftsforum einberufen, das sich mit der Verbindung zwischen Mehrsprachigkeit und Wettbewerbsfähigkeit befassen soll“, so der Kommissar.

Das Wirtschaftsforum soll unter anderem zu der Ausformung der neuen Sprachstrategie des Kommissars beitragen, die voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2008 angenommen werden wird. Jedoch geht der Kommissar nicht davon aus, dass Sprachen einen hohen Stellenwert im Aktionsplan von Kommissarin Margot Wallström zu Kommunikation, der am 4. Juli vorgelegt werden soll, einnehmen werden: „Ich weiß es nicht, es ist zu früh. Es ist zu früh darüber zu diskutieren.“

„Natürlich“, so Orban, „ist Spracherwerb für mich sehr wichtig. Der kulturelle Aspekt von Sprachen und vor allem der Beitrag, den Mehrsprachigkeit zur interkulturellen Verständigung leistet, ist ein wichtiger Teil der Kommunikation mit den Unionsbürgern“. 

Bezüglich Übersetzungen, ist Orban davon überzeugt, dass praktische Maßnahmen eine Voraussetzung sind, um die steigende Zahl der offiziellen Sprachen – die seit 2005 von 11 auf 23 gestiegen ist – auf einem ähnlichen Niveau zu halten. „Die Kommission entschied sich für eine Teilung der Dokumente in zwei Kategorien – die wichtigen (wobei alle wichtigen Dokumente in alle offiziellen Sprachen übersetzt werden sollten) und die weniger wichtigen Dokumente.“

Kommissar Orban sprach ebenfalls über Mehrsprachigkeit und Bildung: „Wie Sie wissen habe ich kürzlich aus diesem Grund Großbritannien besucht. Die britischen Behörden arbeiten derzeit an einigen konkreten Vorschlägen zur Verbesserung des Bildungssystems und auch des Spracherwerbs. Ich war auch in Großbritannien, um die Zuständigen zu ermutigen, die beste Lösung zu finden, aber ebenfalls, um die konkreten Bedingungen ihrer Vorschläge zu diskutieren. Wissen Sie, was das größte Problem im Vereinigten Königreich ist? Die Motivation zu finden, eine Fremdsprache zu erlernen.“

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