Interview: 'Sport als Mittel zum Kampf gegen Geschlechterdiskriminierung' [DE]

Sport könne ein einflussreiches Mittel sein, um Mädchen und Frauen dazu befähigen, ihr volles Potential in der Gesellschaft zu entfalten, indem er ein Umfeld schaffe, das die Gleichheit der Geschlechter fördere. Dies behauptet die Gründerin eines internationalen Fonds, der Sportprogramme für Frauen untestützt, in einem Interview mit EURACTIV.  

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Sport könne ein einflussreiches Mittel sein, um Mädchen und Frauen dazu befähigen, ihr volles Potential in der Gesellschaft zu entfalten, indem er ein Umfeld schaffe, das die Gleichheit der Geschlechter fördere. Dies behauptet die Gründerin eines internationalen Fonds, der Sportprogramme für Frauen untestützt, in einem Interview mit EURACTIV.  

„Vorurteile über die körperlichen Fähigkeiten und sozialen Rollen von Frauen erhalten Geschlechterdiskriminierung aufrecht“, sagte Astrid Aafjes, die Geschäftsführerin des Fonds „Women Win„. „Sowohl soziale als auch kulturelle Hindernisse halten Mädchen und Frauen davon ab, ihr Potential voll auszuschöpfen“, fügte sie hinzu.

Um dieses Muster zu durchbrechen „müssen wir uns der Geschlechterdiskriminierung und den ungleichen Geschlechterverhältnissen stellen und ein Umfeld schaffen, in dem die Gleichheit der Geschlechter möglich wird“, behauptete sie. Das Ziel von „Women Win“ sei es, Frauen und Mädchen weltweit zu fördern, indem man sich auf Sport und körperliche Betätigung als eine Strategie konzentriere, mit der die Gleichstellung der Geschlechter erreicht werden könne.

Sie ist der Ansicht, dass Sport nicht nur ein einflussreiches Mittel sei, um Selbstvertrauen zu erlangen, sondern auch, um mit sozialen Vorurteilen aufzuräumen. Zudem „erhöht er die Sichtbarkeit von Mädchen und Frauen in der Öffentlichkeit“. Dies wiederum trage dazu bei, eine Grundlage für weitere, ergänzende Aktivitäten zu schaffen, wie Aufklärung über HIV/Aids und reproduktive und sexuelle Rechte.

Im Hinblick auf Entwicklungsländer ist Aafjes der Ansicht, dass die FIFA-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika das Bewusstsein über den Nutzen des Sports für sozialen Wandel weiter erhöhen wird. Aufgrund der Meisterschaft haben viele Unternehmen, Stiftungen und Non-Profit-Organisationen bereits weitere Ressourcen verfügbar gemacht, um Programme in Südafrika durchzuführen, sagte sie.

Aafjes begrüßte das Weißbuch Sport der EU sowie dessen Fokus auf drei Aspekte: die Rolle des Sports in der Gesellschaft, seine wirtschaftliche Dimension sowie seine Organisation. Der Grund dafür sei, dass Sport zu sozialem Zusammenhalt und Chancengleichheit beitrage und zudem Arbeitsplätze für Frauen in diesem Bereich schaffe. Darüber hinaus unterstütze „Women Win“ – was die Organisation des Sports betreffe – „Programme, die Frauen zu Trainerinnen, Übungsleiterinnen und Schiedsrichterinnen ausbilden“. Der Fonds will dazu beitragen, dass Frauen in Management- und Führungspositionen im Sport häufiger vertreten sind.

Auf die Frage, was sie vom zukünftigen Programm der EU für Sportpolitik erwarte, das eingeführt werden wird, falls und wenn der Lissabon-Vertrag in Kraft tritt und die EU somit Befugnisse im Sportbereich erhält, sagte Aafjes, sie hoffe, es werde „das Engagement der Mitgliedstaaten im Bereich Sport erhöhen“.

Der Fonds erwartet von einem solchen Programm auch, dass es „eine Plattform zum Thema Sport für Geschlechtergleichstellung ermöglichen und fördern“ sowie „finanzielle Ressourcen für Sportprogramme für Mädchen und Frauen zur Verfügung stellen“ würde.

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