Iran erklärt, sein Botschafter im Libanon werde trotz der Ausweisungsverfügung im Amt bleiben
Auslöser für die Konfrontation war die Äußerung des iranischen Botschafters, dass alle libanesischen Bemühungen zur Entwaffnung der Hisbollah rückgängig gemacht werden sollten.
Iran erklärte am Montag, sein Botschafter im Libanon werde im Land bleiben, obwohl er zur „persona non grata“ erklärt und zur Ausreise aufgefordert worden sei.
„Unser Botschafter wird nach den Äußerungen der zuständigen libanesischen Stellen und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen seine Mission in Beirut fortsetzen und befindet sich weiterhin dort“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, bei einer wöchentlichen Pressekonferenz und fügte hinzu, dass die iranische Botschaft in Beirut „betriebsbereit“ bleibe.
Der Libanon steht vor der Stunde der Wahrheit, da die Entscheidung über die Ausweisung des iranischen Botschafters bevorsteht
Ein diplomatischer Konflikt um den iranischen Botschafter im Libanon ist zum bislang deutlichsten Test für…
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Der libanesische Außenminister Youssef Raggi hatte den Gesandten Mohammad Reza Shibani zur persona non grata erklärt und ihm befohlen, das Land bis Sonntag zu verlassen.
Eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten Libanons
Auslöser für die Konfrontation war Shibanis Erklärung, die er Tage vor dem harten Durchgreifen der Regierung abgegeben hatte, wonach alle libanesischen Bemühungen zur Entwaffnung der Hisbollah rückgängig gemacht werden sollten – Äußerungen, die weithin als eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes interpretiert wurden.
All dies spielt sich vor dem Hintergrund der anhaltenden israelischen Offensive gegen die Hisbollah im Libanon ab, was die Dringlichkeit noch verstärkt. Für internationale Beobachter ist diese Episode zu einem Lackmustest geworden.
Die jüngsten Entscheidungen des Libanon – das Verbot des militärischen Flügels der Hisbollah und die Einschränkung der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) – wurden als potenzieller Wendepunkt angesehen. Ein Scheitern bei der Umsetzung, insbesondere im vielbeachteten Fall des Botschafters, würde den Eindruck verstärken, dass der Staat nach wie vor durch den innenpolitischen Einfluss der Hisbollah und die regionale Reichweite Irans eingeschränkt ist.
Es bleibt unklar, wie der Libanon reagieren wird oder welche Auswirkungen die Situation auf die diplomatischen Beziehungen haben könnte. Der iranische Botschafter befindet sich Berichten zufolge in der Botschaft und genießt offenbar diplomatische Immunität.
(cs)