Irland will mit Deutschland bei grünem Wasserstoff zusammenarbeiten
Der irische Klima- und Umweltminister Eamon Ryan und der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung Mario Brandenburg haben am Mittwoch eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit bei der Produktion von grünem Wasserstoff unterzeichnet.
Der irische Klima- und Umweltminister Eamon Ryan und der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung Mario Brandenburg haben am Mittwoch eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit bei der Produktion von grünem Wasserstoff unterzeichnet.
„Dies ist ein Vertrauensbeweis in Irlands Energiepotenzial und insbesondere in unsere Fähigkeit, grünen Wasserstoff aus unseren Energieüberschüssen zu produzieren“, sagte Ryan.
„Unsere Windressourcen gehören zu den besten der Welt. Wasserstoff ist eine der besten Möglichkeiten, diese Ressourcen zu nutzen und sie mit europäischen Partnern, einschließlich Deutschland, zu teilen“, fügte er hinzu.
Grüner Wasserstoff ist ein Energieträger, der zur Dekarbonisierung der europäischen Industrie beitragen soll, unter anderem als Brennstoff für schwer zu elektrifizierende Sektoren, als Rohstoff und als Energiespeicherlösung.
Das Verfahren nutzt die Elektrolyse zur Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien und Wasser. Diese gespeicherte Energie könnte dann an einen anderen Ort transportiert und dort genutzt werden. Die Erzeugung erfordert jedoch einen erheblichen Energieaufwand.
Deutschland ist ein Nettoimporteur von Energie und wird dies auch in absehbarer Zukunft bleiben. Die Wasserstoffstrategie des Landes geht davon aus, dass es bis 2030 nur 20-30 Prozent seines Wasserstoffbedarfs selbst erzeugen kann, sodass es auf der Suche nach Partnern für Importe ist.
„Deshalb sind Forschungspartnerschaften mit Ländern mit reichlich erneuerbaren Energiequellen wie Irland so wichtig für Deutschland und die EU insgesamt“, sagte Brandenburg.
„Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit zwischen Irland und Deutschland werden dazu beitragen, die Energiewende in der EU zu beschleunigen und die Energiesicherheit in Europa zu erhöhen“, fügte er hinzu.
Irland ist inzwischen einer der europäischen Spitzenreiter bei der Erzeugung von Offshore-Windenergie. Die Ausschöpfung des vollen Potenzials dieser Ressource könnte nach Ansicht der irischen Regierung eine große Chance für die Erzeugung von grünem Wasserstoff darstellen.
Dublin hat bereits ein Ziel von fünf Gigawatt Offshore-Energie bis 2030 festgelegt. Das Land arbeitet an einer nationalen Wasserstoffstrategie und will weitere zwei Gigawatt Offshore-Windenergie für die Wasserstoffproduktion einsetzen.
Nach Angaben der irischen Regierung könnte dies bis zu sechs Terawattstunden CO2-neutraler Energie liefern – das entspricht 10 Prozent des gesamten Endenergiebedarfs des Elektrizitätssektors, 21 Prozent des Bedarfs der Industrie und 6 bis 7 Prozent des gesamten Verkehrsbedarfs.
Eine der wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit erneuerbarem Wasserstoff ist, in welchen Sektoren er eingesetzt werden soll. Es handelt sich wahrscheinlich um eine teure und knappe Ressource, insbesondere auf kurze Sicht, weswegen einige argumentieren, dass er nur in Bereichen eingesetzt werden sollte, in denen eine direkte Elektrifizierung nicht möglich ist.
Nach ihrer Fertigstellung sollte die irische Wasserstoffstrategie die Vision des Landes für die Herstellung und Verwendung von Wasserstoff darlegen, um Investoren und der Industrie Sicherheit zu geben.